Braunkohlekraftwerke der Vattenfall AG in Jänschwalde (Brandenburg) | Bildquelle: dpa

Studie zu CO2-Ausstoß Klimaziel 2020 doch noch erreichbar?

Stand: 16.08.2018 13:53 Uhr

Eigentlich hat die Regierung ihr Ziel aufgegeben, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Eine Studie kommt aber zu dem Schluss, dass das noch möglich wäre - und skizziert zwei mögliche Szenarien.

Deutschland könnte sein ursprüngliches Klimaziel für 2020 zur Senkung des CO2-Ausstoßes doch noch erreichen - zu diesem Schluss kommen jedenfalls die Autoren einer von Greenpeace beauftragten Studie. Dem Bericht zufolge wäre das auch möglich, ohne dabei die Stromversorgung zu gefährden.

Laut der heute vorgestellten Untersuchung des Fraunhofer Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik müssten dafür die ältesten Braunkohleblöcke abgeschaltet werden und einige Braunkohlekraftwerke ihre Leistung leicht drosseln. Außerdem müsste die Wind- und Solarkraft wie im Koalitionsvertrag vereinbart ausgebaut werden.

"Problemlos erreichbar"

Die Bundesregierung hatte ursprünglich zugesagt, die deutschen CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Die Regierung hat das Ziel aber inzwischen aufgegeben. Laut dem Mitte Juni von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) vorgelegten Klimaschutzbericht 2017 dürften die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 nur um etwa 32 Prozent unter dem Stand von 1990 liegen.

Die Fraunhofer-Studie zeigt nun, wie das 40-Prozent-Ziel noch erreicht werden könnte. Technisch sei das Klimaziel 2020 "problemlos erreichbar", sagte Co-Autor Norman Gerhardt. "Die versorgungssichere Lösung ist ein Dreiklang aus Abschaltung und Drosselung der ältesten Braunkohleblöcke sowie dem im Koalitionsvertrag beschlossenen Ausbau von Solar- und Windanlagen."

Die Studie führt 14 Braunkohleblöcke auf, die dazu bis 2020 stillgelegt werden müssten. Gemeinsam haben sie eine Leistung von 6,1 Gigawatt. Außerdem müssten die verbliebenen Braunkohlekraftwerke, die im Jahr 2020 ein Alter von mindestens 20 Jahren erreicht haben, gedrosselt werden.

Zwei Szenarien

Parallel dazu müssten über die im Koalitionsvertrag vereinbarten Sonderausschreibungen Windkraft- und Solaranlagen mit einer Leistung von neun Gigawatt gebaut werden. Ein zweites Szenario ohne einen entsprechenden Ausbau der Erneuerbaren Energien sieht zusätzliche Stilllegungen von Braunkohleblöcken und zusätzliche Drosselungen vor.

Die Energiegewinnung durch Braunkohle gilt als besonders klimaschädlich. Greenpeace-Energieexpertin Anike Peters kritisierte die Bundesregierung anlässlich der Vorstellung der Studie. "Wenn die Bundesregierung ihr Klimaziel ohne Not aufgibt, torpediert sie jeden internationalen Ehrgeiz, den Planeten zu kühlen", sagte sie.

Greenpeace-Studie: Klimaziel 2020 wäre mit weniger Kohle erreichbar
A. Krämer, ARD Berlin
16.08.2018 12:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 16. August 2018 um 13:50 Uhr.

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