Greta Thunberg in Hamburg | Bildquelle: dpa

#FridaysforFuture Merkels Lob - ohne jedes Aber

Stand: 14.03.2019 16:42 Uhr

Ist es okay, die Schule zu schwänzen, wenn man gegen den Klimawandel demonstrieren geht? Seit Wochen wird diese Frage diskutiert. Jetzt hat sich auch die Kanzlerin positioniert - in ihrer ganz eigenen Art.

Von Marcel Heberlein, ARD-Hauptstadtstudio

Manchmal ist Angela Merkel schwer zu ertragen. Bei offiziellen Statements reiht sie gern Bandwurmsatz an Bandwurmsatz, staksigen Technokratensprech beherrscht sie wie kaum eine andere. Statt sich druckreif auf eine Seite zu schlagen, liefert die Kanzlerin gern ganz bewusst ein nachrichtenarmes Sowohl-als-auch.

Was bei alldem schnell untergeht, ist Merkels Fähigkeit, sich eindeutig festzulegen, indem sie manches gar nicht erst erwähnt - so wie jetzt in ihrem wöchentlichen Videopodcast, in dem sie diesmal über die Schülerdemonstrationen F#ridaysforFuture spricht.

"Wir können unsere Klimaschutzziele nur dann erreichen, wenn wir auch Rückhalt in der Gesellschaft haben. Und deshalb begrüße ich es sehr, dass junge Menschen, Schülerinnen und Schüler, demonstrieren und uns sozusagen mahnen, schnell was für den Klimaschutz zu tun. Ich glaube, dass das eine sehr gute Initiative ist."

Und danach - kein Aber, keine Einschränkung, kein einziger Satz zur Debatte ums Schuleschwänzen.

Klimaaktivistin Greta Thunberg im Interview mit der tagesschau
tagesschau, 01.03.2019

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Merkel widerspricht Bildungsministerin

Merkel lobt das politische Engagement der Schülerinnen und Schüler, der mahnende Zeigefinger der Kanzlerin bleibt aus: "Ich unterstütze sehr, dass Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz auf die Straße gehen und dafür kämpfen." Ganz anders klang kürzlich Merkels Parteifreundin, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Für Klimaschutz demonstrieren - na gut. Aber bitte nur in der Freizeit. Schule geht vor.

Der Chef des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, ist sich da nicht so sicher. Das sei ein Spagat, sagte er der "Passauer Neuen Presse". Einerseits wolle man Kinder zu politisch mündigen Bürgern erziehen. Andererseits gebe es die Anwesenheitspflicht im Unterricht. In seinem eigenen Gymnasium versucht er einen Kompromiss, lässt Schüler die verpasste Zeit im Unterricht nachholen. Meidinger ist aber überzeugt, dass es den meisten Schülern auf den Demos wirklich um Klimaschutz geht - und sie nicht nur schwänzen wollen.

Darf man fürs Klima die Schule schwänzen?
tagesthemen 00:00 Uhr, 02.03.2019, Anna Mundt, NDR

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Erneute Forderung nach niedrigerem Wahlalter

Auch Bundesjustizministerin Katarina Barley von der SPD lobt die Schüler. Es verdiene hohen Respekt, dass sie für ihre Zukunft auf die Straße gehen. In dem Zusammenhang wiederholt Barley nochmal eine alte Forderung der Sozialdemokraten: das Wahlalter solle auf 16 Jahre heruntergesetzt werden - eine Botschaft, die viele Demoteilnehmer sicher gerne hören.

Und auch die Kanzlerin umgarnte die Schüler in ihrer Videobotschaft. Ja, sie wisse, beim Ausstiegsdatum für die Kohle in Deutschland hätten viele Schülerinnen und Schüler sich mehr erhofft. "Da muss ich allerdings als Regierungschefin darauf hinweisen, dass wir natürlich vieles bedenken müssen. Wir müssen Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft auf der einen Seite mit den Zielen des Klimaschutzes versöhnen."

Und am Ende hätten ja alle mit am Tisch gesessen bei den Verhandlungen, Umweltverbände genauso wie Vertreter der Industrie. Außerdem sprach die Kanzlerin die Klimaschutzziele der Europäischen Union nochmal an. Dass ihre eigene Regierung die selbstgesetzten Ziele beim Klimaschutz aber seit Jahren verfehlt, das sparte die Kanzlerin in ihrer Botschaft lieber aus.

Fridays for Future: Merkel lobt und umgarnt die demonstrierenden Schüler
Marcel Heberlein, ARD Berlin
02.03.2019 18:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 02. März 2019 um 19:10 Uhr.

Korrespondent

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Marcel Heberlein, RB

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