Luisa Marie Neubauer und Greta Thunberg beim Klimaprotest in Berlin  | Bildquelle: ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/REX

Streik fürs Klima "Die ältere Generation hat versagt"

Stand: 29.03.2019 15:02 Uhr

Seite an Seite mit der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg haben in Berlin Tausende Schüler fürs Klima demonstriert. "Wir müssen uns Sorgen machen", sagte die Schwedin. Die ältere Generation habe versagt.

Berlin, Braunschweig, Bremen - nur drei von zahlreichen Orten, an denen heute wieder Schüler auf die Straße gegangen sind, um für das Klima zu demonstrieren. In der Hauptstadt stand die Vorreiterin des Klimastreiks, die schwedische Aktivistin Greta Thunberg, im Mittelpunkt der Demonstrationen.

Thunberg forderte, einen ernsthaften Umgang mit den Sorgen der jugendlichen Demonstranten. "Die älteren Generationen haben dabei versagt, sich der größten Katastrophe zuzuwenden, der sich die Menschheit je gegenübersah", ist die 16-Jährige überzeugt. "Wenn wir jetzt zu ihnen sagen, dass wir uns Sorgen um die Zivilisation machen, streicheln sie uns über den Kopf und sagen: 'Es wird alles gut, mach' Dir keine Sorgen ...' Aber wir müssen uns Sorgen machen."

Fridays for Future: Greta Thunberg bei Klimademonstration in Berlin
tagesschau 20:00 Uhr, 29.03.2019

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"Wir können das Klimachaos ändern"

Neben und mit ihr protestierte auch die deutsche Anführerin der Aktivisten, Luisa Neubauer: "Wir sind die Generation, die dieses Klimachaos ändern kann." Um dieses Ziel zu erreichen, zählen die Schüler darauf, dass sie globaler und vernetzter sind als die Generation vor ihnen. Es müsse ein radikales Umsteuern in der Klimapolitik geben, damit ihre Zukunft nicht geklaut werde, forderten die Teilnehmer.

"Gut, dass die angeblich unpolitische Generation den Mund aufmacht", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Die Diskussion für den Klimaschutz bekomme dadurch einen enormen Rückenwind. Schulze forderte aber, dass die Schüler ihre Schulpflicht nicht vernachlässigen. Gute Abschlüsse seien wichtig, auch um sich zukünftig fürs Klima zu engagieren.

Tausende Schüler haben an der Siegessäule fürs Klima demonstriert. | Bildquelle: FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX
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"Gut, dass sie den Mund aufmachen", sagte Umweltministerin Schulze.

Kein Winken mit der Schulpflicht

Auch der Kinderschutzbund Niedersachsen begrüßte es, dass die Kinder und Jugendlichen versuchten, mit demokratischen Mitteln ihre Interessen durchzusetzen. Jetzt sei es Aufgabe der Politik, diese Interessen ernst zu nehmen, sagte der Landesvorsitzende Johannes Schmidt: "Ein Winken mit der Schulpflicht allein ist nicht der richtige Umgang mit dem Protest. "Wichtig sei vielmehr, die Meinungsäußerung der Schüler von der Straße in örtliche Kinder- und Jugendräte zu tragen, betonte Schmidt.

In diese Richtung geht Bayern. Umweltminister Thorsten Glauber veranstaltet in Erlangen heute die erste von insgesamt zwei Jugendklimakonferenzen im Freistaat. Ziel sei, ins Gespräch zu kommen, betont Glauber. Erlanger Schüler sehen in dem Vorhaben eher eine PR-Maßnahme.

Zwischenfall in Jena

Zu einem Zwischenfall kam es bei den Protesten von Schülern in Jena. Ein 36-jähriger Mann attackierte einen 17 Jahre alten Redner. Er schlug dem Jugendlichen ins Gesicht und entriss ihm das Mikrofon. Als mehrere andere dazwischen gingen, schlug er auch auf diese Jugendlichen ein. Der Polizei gegenüber soll der Mann angegeben haben, von der lauten Versammlung genervt gewesen zu sein. Wie schwer die Jugendlichen verletzt wurden, war zunächst unklar.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. März 2019 um 14:00 Uhr.

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