Zwei Aktivist:innen der Gruppe "Letzte Generation" stehen im Naturkundemuseum vor einem Dinosaurier-Skelett (Bild: Letzte Generation) | Letzte Generation

Gemälde und Dino-Skelett betroffen Erneut Aktionen in Berliner Museen

Stand: 13.11.2022 03:14 Uhr

In Berlin hat es erneut Störaktionen in Museen gegeben. In der Alten Nationalgalerie traf es den "Clown" von Toulouse-Lautrec, im Naturkundemuseum die Halterung eines Dinosaurier-Skeletts. Die Schäden an den Exponaten sind gering.

In Berlin hat es erneut Störaktionen in Museen gegeben. Wie die Polizei mitteilte, bespritzte eine Person in der Alten Nationalgalerie das verglaste Gemälde "Clown" von Henri de Toulouse-Lautrec und die Wandbespannung mit einer Flüssigkeit. Anschließend habe sich die Person daneben an der Wand festgeklebt, sagte eine Sprecherin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Zuerst hatte die "B.Z." über den neuen Fall berichtet.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, erklärte, er sei "erschüttert über diesen weiteren sinnlosen Angriff auf die Kunst, der in diesem Fall offenbar keiner klimapolitisch aktiven Gruppe zuzuordnen ist". Das Kunstwerk sei aber nicht schwer beschädigt worden, erklärte Parzinger weiter. Allerdings gebe es "erhebliche Schäden" im Ausstellungsraum: "Farbe und Klebstoff müssen von der stoffbespannten Wand entfernt werden", so Parzinger.

Die Polizei machte zum möglichen Hintergrund der Aktion am Sonntagabend zunächst keine Angaben. Die Alte Nationalgalerie, die montags ohnehin geschlossen hat, soll nach jetzigem Stand wie üblich am Dienstag wieder öffnen.

Dino-Skelett im Naturkunde-Museum betroffen

Kurz zuvor waren Berliner Polizeibeamte ins Museum für Naturkunde gerufen worden, weil sich dort zwei Klimaaktivistinnen an die Haltestangen eines Dinosaurierskelettes geklebt hatten. Die Frauen im Alter 34 und 42 Jahren seien von den Stangen gelöst und in Polizeigewahrsam genommen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Es seien Anzeigen und Strafanträge gestellt worden wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung.

Bilder des Vorfalls zeigten zwei Frauen mit orangefarbenen Westen und einem Banner, auf dem stand: "Was, wenn die Regierung das nicht im Griff hat?" Die Protestgruppe "Letzte Generation" teilte zu der Aktion mit: "So wie den Dinosauriern damals drohen uns Klimaveränderungen, denen wir nicht standhalten können. Wenn wir uns nicht mit dem Aussterben bedroht sehen wollen, müssen wir jetzt handeln."

Museum Barberini öffnet wieder

In Potsdam öffnet derweil heute - eine Woche nach einer Kartoffelbrei-Attacke von Klimaaktivisten auf das Gemälde "Getreideschober" von Claude Monet - das Museum Barberini wieder für Besucher. Das Haus war nach der Aktion geschlossen worden, weil mit den Leihgebern für die aktuelle Surrealismus-Ausstellung zunächst über Sicherheitsmaßnahmen beraten werden sollte.

Museums-Direktorin Ortrud Westheider schrieb in einer Mitteilung zur Wiedereröffnung: "Wir sind sehr glücklich, das Museum am Montag wieder zu öffnen. Die vielen Solidaritätsbekundungen der letzten Woche haben uns in diesem Entschluss bestärkt und uns gezeigt, wie emotional viele unserer Besucherinnen und Besucher dem Haus verbunden sind." Nach der Attacke sei das Sicherheitskonzept verschärft worden. So können die Ausstellungsräume zukünftig nur nach Abgabe von Jacken und Taschen an der Garderobe oder in den Schließfächern besucht werden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. Oktober 2022 um 18:33 Uhr.