Ein analoges Thermometer vor der heißen Sommersonne | picture alliance / dpa-Zentralbi

Klimakrise Heißer war ein Juli nur einmal

Stand: 08.08.2022 15:46 Uhr

Neue Höchsttemperaturen sind durch die Klimakrise schon längst traurige Realität. Der Juli 2022 macht da keine Ausnahme: Weltweit gesehen war er einer der drei heißesten Julis seit Beginn der Aufzeichnungen.

Der Juli mit seinen extremen Hitzewellen ist weltweit einer der drei wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Der Monat sei nur wenig kühler als der Juli 2019 und marginal wärmer als der Juli 2016 gewesen, teilte der EU-Klimawandeldienst Copernicus mit. Die Durchschnittstemperatur weltweit habe knapp 0,4 Grad über dem Zeitraum 1991 bis 2020 gelegen, den der Dienst als Referenzzeitraum zugrunde legt.

Außerdem war der Juli in großen Teilen Europas deutlich trockener als im Durchschnitt, was im Südwesten und Südosten zu Dürren führte. Auch in Südamerika, Zentralasien und Australien war es demnach trockener als üblich.

Extremwetter werden immer heftiger

"Hitzewellen stellen ein ernsthaftes Risiko für die Gesundheit dar und können zugleich die Intensität und Langlebigkeit vieler anderer katastrophaler Klimaereignisse - wie etwa von Waldbränden und Dürren - verstärken", sagte die federführende Copernicus-Forscherin Freja Vamborg einer Mitteilung zufolge. Diese brächten enorme Risiken und Schäden für Landwirtschaft, Logistik und Energieproduktion mit sich.

Die lange Hitzewelle, die erst in Portugal und Spanien, dann aber auch in Frankreich und Großbritannien für Temperaturen von mehr als 40 Grad sorgte, führte zu etlichen neuen Höchsttemperaturen an vielen Orten. Der Südwesten Europas erlebte mit Blick auf Maximaltemperaturen dem Copernicus-Dienst zufolge seinen wärmsten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen.

Antarktis-Meereis auf niedrigstem Stand

Die Ausdehnung des Meereises in der Antarktis lag im Juli sieben Prozent unter dem Durchschnitt - und damit auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen vor 44 Jahren. Die Copernicus-Aufzeichnungen gehen bis 1979 zurück. Der Klimawandeldienst nutzt zudem Daten von Bodenstationen, Ballons, Flugzeugen und Satelliten, die bis 1950 zurückreichen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. April 2022 um 20:00 Uhr.