Gummistiefel für Kinder stehen in der Garderobe einer Kindertagesstätte | Bildquelle: dpa

Mehr Geld vom Bund 300 Millionen für Erzieher-Azubis

Stand: 17.12.2018 09:56 Uhr

Neben den Kitas will Familienministerin Giffey auch das Personal der Einrichtungen fördern. Über fünf Jahre gibt ihr Ministerium 300 Millionen Euro für die Ausbildung des Erziehernachwuches aus.

Zur Erhöhung der Kita-Qualität will der Bund den Ländern über die zugesagten 5,5 Milliarden Euro aus dem sogenannten Gute-Kita-Gesetz hinaus helfen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey sagt den Ländern rund 300 Millionen Euro zu, um mehr Fachkräfte für die Kitas zu gewinnen.

"Ab dem neuen Ausbildungsjahr im Sommer 2019 werden wir bis 2022 rund 300 Millionen Euro als Impuls für die Länder zur Verfügung stellen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Ziel der Fachkräfteoffensive ist es, mehr junge Leute für den Erzieherberuf zu gewinnen. "Es gibt Interesse an diesem Beruf, aber für zu viele ist er nicht attraktiv genug", sagte Giffey. "Solange wir keine bessere Bezahlung und Anerkennung erreichen, dürfte sich daran auch nichts ändern."

Franziska Giffey | Bildquelle: dpa
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Familienministerin Giffey will den Erzieherberuf attraktiver machen.

Auszubildende sollen Vergütung erhalten

Das Geld soll dem Bericht zufolge unter anderem dazu verwendet werden, die Erzieherausbildung zu vergüten. Derzeit werden die ersten beiden Ausbildungsjahre im Erzieherberuf, die an einer Fachschule stattfinden, nicht bezahlt.

Die Funke-Zeitungen zitieren aus einer aktuellen Prognos-Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums, nach der bis zum Jahr 2025 in deutschen Kitas 191.000 Fachkräfte fehlen, bis zum Jahr 2030 sind es demnach 199.000. Der Studie zufolge ließen sich durch die Einführung einer Ausbildungsvergütung 50.000 zusätzliche Schulabgänger für eine Erzieherausbildung gewinnen.

Erzieher mit Kindern in einer Kita | Bildquelle: dpa
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Erzieher bekommen zurzeit ihre ersten beiden Ausbildungsjahre nicht bezahlt.

Förderung über 2022 hinaus

Am Freitag hatte der Bundestag in seiner letzten Sitzung vor der Weihnachtspause das sogenannte Gute-Kita-Gesetz verabschiedet. Es sieht vor, dass der Bund bis 2022 rund 5,5 Milliarden Euro an die Länder zahlt, 2019 sind es zunächst 500 Millionen.

Wie die Länder das Geld einsetzen, können sie selbst entscheiden, zum Beispiel in bessere Ausstattung, längere Öffnungszeiten, Sprachförderung oder auch besseres Essen. Im ZDF bekräftigte Giffey die Absicht des Bundes, "dauerhaft und nachhaltig" in die Qualität von Kitas zu investieren. Der Finanzrahmen gehe zwar nur bis 2022. Aber: "Wir haben das Ziel, auch darüber hinaus das weiter zu tun", versicherte die SPD-Politikerin.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Dezember 2018 um 10:00 Uhr.

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