Kirchentag | Bildquelle: dpa

Evangelischer Kirchentag Gebete, Konzerte und eine Ausladung

Stand: 19.06.2019 18:49 Uhr

Der Evangelische Kirchentag in Dortmund hat begonnen. Zum Auftakt wurde weiter vor allem über diejenigen geredet, die nicht kommen. AfD-Politiker sind nicht erwünscht. Lob gab es dafür vom Ministerpräsidenten.

Mit drei großen Gottesdiensten unter freiem Himmel ist in Dortmund der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag eröffnet worden. Bis Sonntag werden rund 118.000 Teilnehmer aus 70 Ländern erwartet, darunter zahlreiche Prominente wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundesaußenminister Heiko Maas.

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Prominenter Besuch zum Auftakt: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Dortmund

Auf dem Programm stehen knapp 2400 Veranstaltungen. Nicht mit dabei sind AfD-Vertreter. Die Veranstalter hatten sich entschieden, keine Politiker der Partei auf Podien sprechen zu lassen und damit eine Diskussion ausgelöst.

Der Präsident des 37. Kirchentags, der Journalist Hans Leyendecker, hatte im Vorfeld betont: "Wir laden diesmal in Dortmund keinen Repräsentanten der AfD auf die Bühne, weil inzwischen eine Verbrüderung mit Rechtsextremisten stattgefunden hat." AfD-Funktionäre werden also keinen Raum bekommen, aber mit Anhängern und Sympathisanten wolle man gerne diskutieren.

Evangelischer Kirchentag erwartet mehr als 100.000 Besucher
tagesschau 16:00 Uhr, 20.06.2019, Friederike Hofmann, WDR

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Laschet: So viel Selbstbewusstsein muss eine Kirche haben

Zum Auftakt äußerte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet Verständnis für die Entscheidung des Kirchentages. "Kirchentage sind nicht neutral", sagte Laschet auf einem Eröffnungsempfang. "Es wird gestritten, aber Menschen, die die Werte der Kirche nicht vertreten, haben auch auf den Podien nichts verloren." So viel Selbstbewusstsein müsse eine Kirche haben.

Mit der Losung "Was für ein Vertrauen" macht der Kirchentag nach Laschets Worten zum Thema, was gerade die Gesellschaft bewege. In den vergangenen Jahren sei das Vertrauen der Menschen in große Institutionen wie den Staat und die Kirchen verschwunden. "Und das in seiner Zeit, in der wir Vertrauen brauchen", sagte der Ministerpräsident und erinnerte an die Mordserie der rechtsextremen Terrorgruppe NSU, der auch in Dortmund ein Mensch zum Opfer gefallen sei.

Der FDP-Politiker Stefan Ruppert warf dem Evangelischen Kirchentag politische Einseitigkeit vor. Im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst sprach Ruppert von einer "grünen Einseitigkeit". Anders als die AfD seien die Liberalen zwar nicht offiziell von Podien ausgeschlossen worden. "Faktisch hat man uns aber ebenfalls nicht eingeladen", sagte der kirchenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, der selbst evangelischer Christ ist.

Hans Leyendecker, Präsident Evangelischer Kirchentag, mit Hintergründen der Veranstaltung
tagesschau24 11:00 Uhr, 19.06.2019

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"Klare Kante gegen Intoleranz"

Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) hob die Bedeutung von Toleranz und Respekt für das Zusammenleben hervor. Manchmal müsse man aber "gegenüber der Intoleranz intolerant sein und klare Kante zeigen", fügte er vor dem Hintergrund der Debatte über die AfD und rechtsextreme Gruppen in Dortmund hervor. Die westfälische Metropole sei eine weltoffene Stadt, in der Vielfalt im gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Miteinander gelebt werde. Daher passe der Kirchentag sehr gut zu Dortmund.

Über dieses Thema berichtete am 19. Juni 2019 tagesschau24 um 11:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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