St. Antonius Kirche in Hannover | Bildquelle: picture alliance/dpa

Botschaften der Kirche Weihnachtswunder und Warnungen

Stand: 24.12.2018 16:55 Uhr

In einer Zeit vieler Kriegserklärungen sei Weihnachten ein Wunder, sagt EKD-Chef Bedford-Strohm. Zugleich warnt er vor "sozialer Kälte", gefördert durch Rechtspopulisten. Auch Kardinal Marx findet deutliche Worte.

Die Kirchen in Deutschland haben zu Weihnachten vor dem Missbrauch religiöser Botschaften und dem Einzug einer "menschlichen Kälte" gewarnt.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, sagte, Religionen könnten in der gegenwärtigen Zeit mit steigenden Unsicherheiten und Sorgen als "Schwungrad für Fundamentalismus und für ein Freund-Feind-Denken, ja für Hass und Gewalt" missbraucht werden. Deswegen betrachteten einige Menschen Religionen inzwischen eher als Teil des Problems.

Kardinal Marx sagte weiter, "ein Denken in den Kategorien Freund und Feind, Gewinner und Verlierer, Sieger und Besiegte" setze sich immer stärker durch. "Selbst in unserem geordneten und doch überwiegend friedlichen und wohlhabenden Land kann man das spüren." Angesichts dieser Gefahr müssten auch die christlichen Kirchen stets demütig und selbstkritisch auf sich selbst blicken.

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, beim Hauptgottesdienst des Katholikentages. | Bildquelle: dpa
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Ruft die Kirchen zu Demut und Selbstkritik auf: Kardinal Marx.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm | Bildquelle: dpa
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Lenkt das Augenmerk auf Rechtspopulisten: EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm.

"Menschliche Kälte"

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, warnte vor dem Einzug einer "menschlichen Kälte", gefördert "durch bestimmte rechtspopulistische Bewegungen, die ganze Gruppen pauschal abwerten".

Dabei vertrage sich "die christliche Kraft der Toleranz, der Liebe und der Überzeugung, dass jeder Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen sei", nicht mit dem Rechtspopulismus, sagte der EKD-Ratsvorsitzende dem "Mannheimer Morgen". "Deshalb sind viele seiner Anhänger besonders kirchenkritisch. Das bedeutet aber auch, dass man gegenüber Auffassungen, die die Intoleranz zum Programm machen, klare Kante zeigen muss."

"Ein für alle Mal die Liebe erklärt"

Zugleich bezeichnete Bedford-Strohm Weihnachten als ein Wunder, mit dem Gott "einer Welt, in der es so viele Kriegserklärungen gibt, ein für alle Mal die Liebe erklärt". Die "Ungeheuerlichkeit der Botschaft" sei "schwer zu fassen". "Die Menschen, die auf das Christuskind in der Krippe treffen, können nicht anders, als sich demütig zu verneigen vor dem Geheimnisvollen".

Die evangelische Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs stellte die integrierende Kraft des Weihnachtsfestes heraus. Sie erlebe immer wieder, dass sich Einwanderer und Flüchtlinge von der Weihnachtsfreude anstecken ließen. "Vielleicht ist Weihnachten sogar das integrativste Fest überhaupt, das wir haben", sagte sie.

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 in der "radioWelt" am 24. Dezember 2018 um 06:05 Uhr.

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