Papst Franziskus predigt im Petersdom | dpa

Pfingstgottesdienste Kirchen rufen zu Zusammenhalt auf

Stand: 23.05.2021 12:26 Uhr

Vertreter der Kirchen haben zu Pfingsten zu Zusammenhalt, Solidarität und Hoffnung aufgerufen. Gottesdienste waren mit wenigen Teilnehmern möglich. Papst Franziskus predigte im Petersdom vor mehreren hundert Menschen.

Am Pfingstfest haben die deutschen Bischöfe zu Solidarität und Hoffnung in der Corona-Pandemie aufgerufen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, erklärte, die Pandemie habe der Gesellschaft ihre Grenzen aufgezeigt. Die Erfahrung habe das Lebensgefühl der Menschen erschüttert und ihr Weltverständnis infrage gestellt.

"Für mich ist der Pfingstgeist in diesem Jahr kein Geist enthusiastischer religiöser Erfahrungen, sondern ein Geist der Nachdenklichkeit, ein Geist des Trostes und auch ein Geist der Zuversicht", so der bayerische Landesbischof.

Umdenken nötig

Die Erfahrungen aus der Pandemie sollten nach seiner Überzeugung zu einem grundsätzlichen Umdenken bewegen, sagte er laut Redemanuskript in seiner Predigt in der Münchner Matthäuskirche.

Das Pfingstfest 2021 könne den Menschen Kraft geben für ihre erschöpften Seelen. "Wir erhoffen Orientierung von den alten Worten der Bibel, die schon so viele Menschen durch schwere Zeiten getragen haben", sagte Bedford-Strohm.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, ermutigte zur Hoffnung auf die Impfstrategie. Momentan hätten viele Menschen das Gefühl, dass ihnen "die Puste" ausgehe, sagte Bätzing im Limburger Dom.

Die Arbeit im Homeoffice führe zu Überlastung oder Vereinsamung; Kontaktbeschränkungen, Unterrichtsausfälle und Öffnungsverbote hinterließen Spuren. "Existenznöte und tiefgreifende Sorgen schnüren vielen Menschen die Luft ab", so der Limburger Bischof.

"Nie zuvor ist mir die Metapher vom Atem Gottes für den Heiligen Geist so nah und tröstlich gewesen wie jetzt in Zeiten der Pandemie", so Bätzing.

Papst ruft zu Nächstenliebe auf

Papst Franziskus mahnte in seiner Predigt im Petersdom die Gläubigen zu kirchlicher Einheit und konkreter Barmherzigkeit. Es sei an der Zeit, den Trost des Heiligen Geistes weiterzugeben und einander beizustehen. Dies schaffe man "nicht mit großen Reden, sondern indem wir zu Nächsten werden; nicht mit Floskeln, sondern durch Gebet und Nähe".

Wegen der weiterhin geltenden Corona-Restriktionen fand die Pfingstmesse im Vatikan unter erheblichen Einschränkungen mit einigen hundert Teilnehmern statt. Das Ereignis wurde live über TV und Internet übertragen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Mai 2021 um 11:00 Uhr.