Archivbild: Ein Mitarbeiter zur Bekämpfung der Internet-Kriminalität fahndet nach kinderpornographischen Inhalten | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Kinderpornofund in NRW "Fassungslos und bestürzt"

Stand: 31.10.2019 19:36 Uhr

Nach einem Fund von Tausenden Kinderpornos in NRW sind vier Verdächtige festgenommen worden. Sie sollen ihre eigenen Kinder missbraucht haben. Der Innenminister und Kölns Polizeichef reagierten mit Entsetzen.

Nachdem die Polizei in einer Wohnung in Bergisch Gladbach kinderpornografische Bilder und Videos gefunden haben, sind vier Verdächtige festgenommen worden. Zunächst wurde der Wohnungsinhaber verhaftet. Die Spur führte dann zu drei weiteren Verdächtigen. Die Männer sollen ihre eigenen Kinder und Stiefkinder sexuell missbraucht und sich gegenseitig Bilder und Videos davon geschickt haben.

"Sie sehen mich fassungslos und bestürzt in Anbetracht der schrecklichen Taten", sagte der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob. Die Opfer seien zwischen elf Monaten und zehn Jahren alt. Bislang seien vier Verdächtige aus den Bereichen Bergisch Gladbach, Kleve, Wiesbaden und Langenfeld unter dem Verdacht des schweren sexuellen Missbrauchs festgenommen worden. Es sei nicht auszuschließen, dass es noch mehr Beteiligte gebe, sagte Kripo-Chef Klaus-Stephan Becker.

Verhaftungen wegen Verdachts auf Kindesmissbrauch
tagesschau 17:00 Uhr, 31.10.2019, Friederike Hofmann, WDR

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Kölner Polizei leitet Ermittlungen

Auch Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul reagierte entsetzt. Er lobte die Arbeit der Polizei. Nach seinem Kenntnisstand sei in Bergisch Gladbach "konsequent ermittelt" worden. Nun habe man die Leitung der Ermittlungen nach Köln gegeben, weil dort "Manpower" vorhanden sei.

Die Kölner Polizei stellte 20 Beamte ab, die unter anderem die riesigen Datenmengen auswerten sollen, um mögliche weitere Täter und Opfer ausfindig zu machen. Von einem Kinderporno-Ring wollte Kriopchef Klaus-StephanBecker nicht sprechen: "Dazu ist es zu früh."

Kölns Polizeipräsident Jacob | Bildquelle: dpa
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Kölns Polizeipräsident Jacob reagierte mit Entsetzen auf die "schrecklichen Taten".

Fall in Kassel führt nach NRW

Ins Rollen kamen die Ermittlungen, als die Staatsanwaltschaft Kassel im Zuge eines anderen Verfahrens wegen Kinderpornografie auf einen 42-jährigen Deutschen aus Bergisch Gladbach stieß. Daraufhin erwirkte die Kölner Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbeschluss. Doch der Verdächtige war gerade mit Frau und Tochter im Urlaub.

Nach der Rückkehr der Familie standen die Beamten dort Anfang vergangener Woche an der Tür und durchforsteten die Wohnung. Sie fanden Tausende erschreckende Bilder und Videos, insgesamt eine Datenmenge von mehr als drei Terabyte. Der 42-Jährige, der bis dahin nicht bei der Polizei bekannt war, wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

Chat-Verläufe führen zu weiteren Verdächtigen

Durch die Auswertung seiner Chat-Verläufe kamen die Ermittler drei weiteren Verdächtigen auf die Spur, von denen zwei jetzt bereits ebenfalls in U-Haft sind. Einer von ihnen sei ein 26 Jahre alter Bundeswehrsoldat aus dem Raum Wesel, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kleve. Bei dem anderen Mann handelt es sich nach Angaben der Wiesbadener Polizei um einen 38-Jährigen. Der vierte Verdächtige aus dem Raum Langenfeld sollte noch in Kürze dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die mutmaßlichen Beteiligten hätten via Chat Bilder ausgetauscht, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Ob sie sich auch persönlich kennen und getroffen haben, sei noch unklar. "Bisher haben wir erst einen Bruchteil der Datenmenge auswerten können", sagte Kripo-Chef Becker. Neben der Suche nach möglichen weiteren Verdächtigen stehe die Betreuung der Opfer im Vordergrund.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Oktober 2019 um 17:00 Uhr.

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