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Coronavirus-Pandemie Impfkampagne für Kinder läuft an

Stand: 13.12.2021 08:30 Uhr

Im Kampf gegen das Coronavirus sollen von dieser Woche an auch Fünf- bis Elfjährige geimpft werden. Dafür werden 2,2 Millionen Impfstoffdosen verteilt. Der Kinderärzteverband rechnet mit einer hohen Impfbereitschaft.

Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, geht von einer hohen Impfbereitschaft bei der heute anlaufenden Impfkampagne für Fünf- bis Elfjährige aus. "Das war auch schon bei der Impfung der Jugendlichen so. Dort impfen wir erst seit September, haben aber schon eine Quote von 50 Prozent erreicht", sagte er der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Die Praxen seien zudem gut vorbereitet.

Ein potenzielles Problem sieht der Verbandschef hingegen bei der Belieferung mit Impfstoff. Das habe leider schon bei den über Zwölfjährigen nicht funktioniert. "Wir bekommen dort oftmals gerade einmal die Hälfte des bestellten Impfstoffs."

Das Bundesgesundheitsministerium hatte für heute den Start der Auslieferung des Kindervakzins von BioNTech/Pfizer angekündigt. Neben Kinderarztpraxen sind mancherorts auch in öffentlichen Impfzentren Kinderimpfungen vorgesehen. Wann es konkret losgeht, unterscheidet sich aber von Land zu Land.

2,2 Millionen Impfstoff-Dosen werden verteilt

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden mehr als 2,2 Millionen Dosen des Kinderimpfstoffs an die pharmazeutischen Großhandlungen verteilt. Zusätzlich gebe es noch Länderkontingente, die zur Verfügung gestellt werden. Arztpraxen bestellen die Impfstoffe über die Apotheken.

Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung, die sich auf das Ministerium berief, haben die Praxen für diese Woche rund 800.000 Dosen angefordert. Diese würden bis spätestens Mittwoch komplett ausgeliefert.

Stark-Watzinger sieht "wichtigen Beitrag"

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sieht in den Kinderimpfungen nach eigenen Worten einen "wichtigen Beitrag", um den Präsenzunterricht zu sichern, wie sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte.

Die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, hält auf längere Sicht Kinderimpfungen gegen das Coronavirus an Schulen und Kitas für richtig, etwa wenn Auffrischungsimpfungen anstehen. Aktuell sei der Weg über Kinderarztpraxen und separate Impfstraßen in den Impfzentren aber der richtige, sagte die Amtsärztechefin der "Rheinischen Post".

Impfstoff niedriger dosiert

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hatte eine Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren empfohlen, die Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf oder Angehörige mit hohem Risiko haben. Außerdem können Eltern nach individueller Aufklärung auch ihre gesunden Kinder impfen lassen. Das am Donnerstag veröffentlichte Papier ist noch keine finale Entscheidung, es läuft wie üblich noch ein Abstimmungsverfahren mit Fachgesellschaften und Ländern.

Für Fünf- bis Elfjährige wird ein niedriger dosiertes und anders abgefülltes Präparat im Vergleich zum herkömmlichen BioNTech/Pfizer-Impfstoff verwendet. Von dem mRNA-Vakzin sollen laut Stiko zwei Dosen im Abstand von drei bis sechs Wochen gegeben werden. Für jüngere Kinder gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Dezember 2021 um 09:00 Uhr.