Stefan Keuter | Bildquelle: picture alliance/dpa

AfD-Abgeordneter Keuter soll Nazi-Bilder verschickt haben

Stand: 30.10.2018 16:08 Uhr

Hitler mit erhobenem Arm, ein Stahlhelmsoldat mit Maschinengewehr: Diese und andere vergleichbare Motive soll der AfD-Abgeordnete Stefan Keuter verschickt haben.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Stefan Keuter soll nach Informationen des "Stern" und des Recherchebüros "Correctiv" in den Jahren 2017 und 2018 über WhatsApp zahlreiche Bilder mit Bezug zum Nationalsozialismus verschickt haben.

Wie das Magazin und das Recherchezentrum berichteten, soll Keuter zu Halloween 2017 ein Foto verschickt haben, das Adolf Hitler mit erhobenem Arm zeigt. "Hallo Wien!" ist den Angaben von "Stern" und "Correctiv" zufolge auf dem Bild zu lesen. Der Kommentar darunter, der nach Distanzierung klingen solle: "Das habe ich geschickt bekommen. Ist das nicht fürchterlich?"

Duschkabine mit gekacheltem Hakenkreuz

Keuter habe später ein Bild einer Teelicht-Pyramide mit Hitler-Figur verschickt, mit der Unterschrift: "Erste Weihnachtsdeko steht." Laut den Recherchen teilte er zudem das Bild einer Duschkabine mit gekacheltem Hakenkreuz. Dieses Bild sei mit dem Kommentar versehen gewesen: "Habe bei meinem Fliesenleger einen dezenten Braunton bestellt, da hat er mich wohl missverstanden."

AfD Logo | Bildquelle: dpa
galerie

Der Abgeordnete Stefan Keuter sitzt für die AfD im Bundestag.

Außerdem soll der AfD-Bundestagsabgeordnete ein Foto verschickt haben, auf dem ein Junge einer fast nackten Frau den Rücken kehrt und gebannt auf den Fernseher schaut, wo Hitler zu sehen ist. Auch soll er Bilder von einem Neonazi versandt haben, der ein szenetypisches T-Shirt mit dem Rückenaufdruck "muss auch DOLF sagen" trägt. Unter einem weiteren Bild, das einen Stahlhelmsoldaten am Maschinengewehr zeige, steht dem Bericht zufolge: "Das schnellste deutsche Asylverfahren, lehnt bis zu 1400 Anträge in der Minute ab!"

"Kein authentisches Material"

Keuter habe auf Nachfragen von "Stern" und "Correctiv" am Freitag geantwortet: "Das Versenden des von Ihnen erwähnten Bildmaterials ist mir nicht erinnerlich und liegt mir fremd." Am Samstag habe er geschrieben, er gehe davon aus, "dass hier kein authentisches Material vorliegt". Am Sonntag hätten ihm "Stern" und "Correctiv" dann sieben der von ihm verschickten Bilder vorgelegt. Daraufhin habe sich der Bundestagsabgeordnete anders geäußert. Er schrieb demnach, er habe die Bilder einem inzwischen entlassenen Mitarbeiter geschickt. Jener Mitarbeiter habe für ihn das politische Spektrum von links bis rechts beobachtet.

Darstellung: