Kettcars der Firma Kettler aus den 60er Jahren | Bildquelle: dpa

Aus für Kettler Kettcar-Hersteller stellt Fertigung ein

Stand: 14.10.2019 15:48 Uhr

Deutschlands bekannteste Tretautos gehören bald der Geschichte an. Der Kettcar-Hersteller Kettler kündigte an, die Fertigung einzustellen. Die Produktion sei nicht mehr profitabel.

Für Millionen Deutsche ist das Kettcar ein Stück ihrer Kindheitserinnerung. Nun kündigte der Hersteller Kettler jedoch an, die Fertigung einzustellen. Rechtsanwalt Martin Lambrecht sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass noch in dieser Woche etwa 400 der verbleibenden 550 Mitarbeiter freigestellt werden. "Mit 144 Mitarbeitern werden wir vorläufig noch weiterarbeiten, um die Produktion abzuwickeln", erklärte Lambrecht, der die Kettler-Unternehmensführung im Insovelzverfahren berät.

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Das berühmte Kettcar begeisterte über 50 Jahre lang die Kinderherzen - hier unter anderem auf der 63. Internationalen Spielwarenmesse 2012 in Nürnberg.

Produktion ist nicht mehr profitabel

Auf einer Betriebsversammlung informierte die Geschäftsführung die Mitarbeiter über die Schließung des Familienunternehmens. Nach Angaben des Rechtsanwaltes trage der Gläubigerausschuss die Entscheidung mit. Der Betrieb könne nicht weitergeführt werden, da die Produktion in Deutschland in der heutigen Größe nicht mehr profitabel sei.

Bereits drei Mal innerhalb von gut vier Jahren hatte der Freizeitgerätehersteller einen Insolvenzantrag stellen müssen. Doch den Investoren gelang es nicht, das Unternehmen wieder auf einen gewinnbringenden Weg zu führen.

Symbol der Wirtschaftswunderzeit

Heinz Kettler gründete das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg und wurde schnell zu einem führenden Hersteller von Sportgeräten, Fahrrädern und Gartenmöbeln. Neben dem Kettcar sorgte auch das weltweit erste Aluminium-Bike für Schlagzeilen.

"Ein Kettler wie bisher wird es zukünftig nicht mehr geben. Der Markenname kann möglicherweise weiterexistieren, Produkte Made in Germany wird es aber nicht mehr geben", sagte der Rechtsanwalt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. Oktober 2019 um 18:15 Uhr.

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