Empörte Bürger demonstrieren vor der Staatskanzlei in Erfurt | Bildquelle: dpa

Kundgebungen in mehreren Städten Demos gegen Kemmerich-Wahl

Stand: 05.02.2020 22:30 Uhr

In vielen Städten Thüringens, aber auch in Berlin, Hamburg oder München haben sich spontan Demonstrationen gegen die Kemmerich-Wahl gebildet. Ziel des Protestes waren AfD und CDU - vor allem aber die FDP.

Wenige Stunden nach der umstrittenen Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten haben deutschlandweit Tausende Menschen protestiert. Größere Kundgebungen gab es unter anderem in mehreren Städten Thüringens und in Berlin.

Bundesweite Proteste gegen Wahl Kemmerichs
tagesschau 06:30 Uhr, 06.02.2020

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In der Hauptstadt versammelten sich die Demonstranten vor den Parteizentralen von CDU und FDP. "Wer hat uns verraten? Freie Demokraten", skandierten die Teilnehmer dort unter anderem. Bereits am frühen Abend sprach ein Polizeisprecher von einer Teilnehmerzahl "im hohen dreistelligen Bereich". Die Kundgebung verlaufe friedlich.

Ein Demonstrant in Frankfurt hält ein Plakat mit der Aufschrift "Lieber mit Faschisten regieren, als nicht regieren - Freie Demokraten FDP" in der Hand. | Bildquelle: dpa
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"Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren" - hatte FDP-Chef Lindner gesagt, als er sich vor gut zwei Jahren eine Koalition mit CDU und Grünen auf Bundesebene verweigerte. Eine Steilvorlage für diesen Demonstranten in Frankfurt/Main.

Möglich - durch Stimmen der AfD

Kemmerich hatte sich im dritten Wahlgang überraschend gegen den bisherigen Amtsinhaber Bodo Ramelow von der Linkspartei durchgesetzt. Möglich wurde dies, weil auch die AfD im Landtag geschlossen für den FDP-Politiker und nicht für ihren eigenen Kandidaten stimmte. Landesparteichef der AfD in Thüringen ist der Gründer des rechtsnationalen "Flügels" der AfD, Björn Höcke. Der "Flügel" wird vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall im Bereich Rechtsextremismus eingestuft.

Demos auch in vielen anderen Städten

Bei der Demonstration in der Landeshauptstadt Erfurt erinnerte der ehemalige Staatskanzleichef der rot-rot-grünen Landesregierung, Benjamin-Immanuel Hoff, daran, dass vor dem Aufkommen des Nationalsozialismus bürgerliche Kräfte in Thüringen der NSDAP an die Macht verholfen hatten. Die größte Kundgebung in Thüringen fand in Jena statt, wo sich nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen versammelten.

Kundgebungen gab es unter anderem auch in Frankfurt am Main, Hamburg, Leipzig, Magdeburg und München. Die Demonstrationen hatten sich zum Teil spontan gebildet. Es gab aber auch Aufrufe von Parteien, Organisationen oder Antifa-Gruppen.

Demonstration in Hamburg | Bildquelle: dpa
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In Hamburg kamen etwa 1500 Demonstranten. Sie zogen unter anderem zum Fraktionsbüro der AfD.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Februar 2020 um 06:30 Uhr.

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