Münzgeld liegt auf Formularen für den Rundfunkbeitrag von ARD, ZDF und Deutschlandradio | Bildquelle: dpa

KEF-Bericht Überschüsse bei Öffentlich-Rechtlichen erwartet

Stand: 19.02.2018 20:21 Uhr

ARD, ZDF und Deutschlandradio dürften nach Berechnungen der KEF bis 2020 keine höheren Rundfunkbeiträge brauchen. Die Expertenkommission erwartet für die Sender einen Überschuss. Die ARD übte Kritik an dem Bericht.

ARD, ZDF und Deutschlandradio können nach Prognose der zuständigen Expertenkommission für die laufende, 2020 endende Beitragsperiode mit einem Überschuss von 544,5 Millionen Euro rechnen.

Allein für die ARD sei von einem Überschuss von 502,4 Millionen Euro auszugehen, beim ZDF seien es 27,7 Millionen, beim Deutschlandradio 14,4 Millionen, teilte Heinz Fischer-Heidelberger mit, Vorsitzender der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF). Gründe für den prognostizierten Überschuss seien Einsparungen, Mehrerträge und höhere Eigenmittel.

Noch keine Empfehlung in Sachen Rundfunkbeitrag

Die KEF prüft regelmäßig die Budgets von ARD, ZDF und Deutschlandradio und gibt Empfehlungen zur Höhe des Rundfunkbeitrags. Der jetzt vorgestellte Zwischenbericht gibt turnusgemäß den Landesregierungen noch keine Empfehlung zur Änderung des Rundfunkbeitrags von derzeit 17,50 Euro im Monat. Die nächste Beitragsperiode beginnt erst 2021, eine Empfehlung sprechen die Sachverständigen voraussichtlich in zwei Jahren aus.

Den Überschuss, den die KEF errechnet hat, können ARD, ZDF und Deutschlandradio nicht einfach nach Belieben ausgeben. Er wird in die Finanzplanung für die neue Beitragsperiode ab 2021 eingerechnet.

ARD übt Kritik

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm kann die prognostizierten Überschüsse nicht nachvollziehen. "Es verwundert, dass trotz unserer erheblichen Sparbemühungen die KEF im Wege großzügiger Annahmen einen so großen Spielraum sieht. Die ARD geht sorgfältig mit den ihr anvertrauten Mitteln um und spart im Übrigen schon seit Jahren. Künftige Beitragseinnahmen lassen sich im Unterschied zu Aufwendungen im Vorfeld nur schwer schätzen. Sie hängen von vielen externen Faktoren wie der gesamtwirtschaftlichen Lage ab." 

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Februar 2018 um 20:00 Uhr.

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