Ein Mitarbeiter der Asklepios Klinik im bayerischen Gauting wird von einem Kollegen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft. | Bildquelle: dpa

Erste Bilanz zu Impfstoff Kein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen

Stand: 14.01.2021 14:42 Uhr

Laut dem Paul-Ehrlich-Institut gibt es bei den Corona-Impfungen derzeit keine Anzeichen für ein erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen. Auch bei 325 bekannten Verdachtsfällen sei ein Zusammenhang mit der Impfung nicht belegt.

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat bislang keine Hinweise auf möglicherweise vermehrt auftretende Nebenwirkungen bei Impfungen gegen das Coronavirus mit den Mitteln von Biontech/Pfizer und Moderna. Das teilte das Institut im hessischen Langen mit. Bis Sonntag seien 325 Verdachtsfälle gemeldet worden, 51 davon seien als schwerwiegend einzuschätzen. Diese Werte deckten sich mit den Daten aus den klinischen Zulassungsstudien und seien zudem statistisch unauffällig.

"Bisher sehen wir kein neues Risikosignal", sagte PEI-Expertin Brigitte Keller-Stanislawski. Zudem sei ein kausaler Zusammenhang zur Impfung bei den Verdachtsfällen nicht belegt. Auch PEI-Präsident Klaus Cichutek betonte, dass die Risiken der beiden zugelassenen Impfstoffe nach bisherigen Stand "sehr, sehr begrenzt" seien.

Bis heute wurden dem PEI zehn Todesfälle nach Impfungen gemeldet. Die Fachbehörde geht aber nicht davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen dem Tod und den Impfungen besteht. Es habe sich um Patienten mit "gravierenden Grunderkrankungen" gehandelt, die sich teilweise sogar bereits in Palliativbehandlung befunden hätten, sagte Keller-Stanislawski. Das PEI gehe daher davon aus, dass diese Menschen "an ihren Grunderkrankungen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung" verstorben seien.

Kein erhöhtes Risiko für allergische Reaktionen

Sieben der zehn Verstorbenen waren zwischen 79 und 93 Jahre alt. Der Zeitpunkt des Todes lag bei ihnen zwischen wenigen Stunden und vier Tage nach der Impfung. Über die drei weiteren Meldefälle lagen zunächst noch keine genaueren Informationen vor.

Bisher gebe es auch keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für allergische Reaktionen, sagte Keller-Stanislawski. Das PEI hatte bis zum vergangenen Sonntag Kenntnis von sechs Verdachtsfällen auf allergische Reaktionen nach Impfungen mit den Wirkstoffen der Firmen Biontech/Pfizer und Moderna. Die Nebenwirkungen seien als "mild bis moderat" zu bezeichnen. Sie träten vorübergehend auf und hinterließen keine Schäden.

Dabei muss sorgfältig ausgewertet werden, ob die gemeldeten Verdachtsfälle wirklich eine auffällige Entwicklung anzeigen oder nur ein statistisch normales Geschehen abbilden oder in gar keinem Zusammenhang mit den Impfungen stehen.

Bislang 842.455 Impfungen

Mögliche Nebenwirkungen von Impfungen werden in Deutschland und anderen Ländern auch nach der Zulassung genau überwacht. Hierzulande besteht unter anderem eine Meldepflicht für Ärzte, anderes Fachpersonal und Hersteller. Das für die Überwachung von Impfstoffen und anderen Medikamenten zuständige PEI führt diese Daten zusammen und will wöchentlich öffentlich darüber berichten.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind bundesweit bislang 842.455 Menschen geimpft worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Januar 2021 um 14:00 Uhr.

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