Hinter einem Kreuz ziehen Ministranten und die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Fuldaer Dom. | Bildquelle: dpa

Deutsche Katholiken "Stimmung der Gläubigen auf Tiefpunkt"

Stand: 10.05.2019 13:47 Uhr

Die Stimmung unter deutschen Katholiken ist schlecht. Ihr Zentralkomitee wirft der Kirche vor, zu zögerlich Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal zu ziehen. Auch gibt es Streit um Frauen im Priesteramt.

Die deutschen Katholiken sind über ausbleibende Reformen in ihrer Kirche zunehmend verärgert. Die Stimmung unter den Gläubigen sei wegen des Missbrauchsskandals auf einem historischen Tiefpunkt angekommen, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg.

Der Vorsitzende forderte Konsequenzen. "Es geht darum, unsere Kirche so zu verändern, dass sie keinen Nährboden für den Missbrauch bietet", sagte Sternberg auf der ZdK-Frühjahrsvollversammlung in Mainz. Die mehr als 200 Teilnehmer unterstützten ihn mit Applaus. Das ZdK ist der Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte, katholischen Verbänden und Organisationen katholischer Laien.

Zentralkomitee der Katholiken fordert von Rom konkrete Taten
tagesschau 17:00 Uhr, 10.05.2019, Juri Sonnenholzner, SWR

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Ausbleibende Reformen

Noch nie habe er eine Situation erlebt, in der die Empörung so weit in den Kern der Gemeinden reiche, sagte Sternberg. Die Veröffentlichung einer Studie zu sexuellem Missbrauch in der deutschen katholischen Kirche sei im Herbst vergangenen Jahres der Tropfen gewesen, "der eine aufgestaute Verärgerung über ausbleibende Reformen der Kirche zum Überlaufen brachte".

Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
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Von einer Stimmung auf dem Tiefpunkt sprach Thomas Sternberg, Präsident des ZdK. (Archivbild)

In der von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen und im September 2018 veröffentlichten Studie waren zahlreiche Missbrauchsfälle in den vergangenen Jahrzehnten dokumentiert worden.

Das ZdK will darüber beraten, ob und wie es sich an dem sogenannten synodalen Weg beteiligen will, mit dem die Bischofskonferenz den Missbrauchsskandal weiter aufarbeiten will. Dabei soll es um den Umgang mit Macht in der Kirche, um die Ehelosigkeit von Priestern, die Weiterentwicklung der Sexualmoral sowie die Öffnung kirchlicher Ämter für Frauen gehen.

Das ZdK tritt dafür ein, Frauen zu Weiheämtern wie zum Beispiel Diakon zuzulassen und ihnen auch Leitungsämter zu öffnen. "Das Gesicht unserer Gemeinden ist längst weiblich", sagte Sternberg. "Ohne die Frauen läuft nichts."

Kritik an einem ehemaligen Papst

Mit Blick auf die jüngsten Beratungen der deutschen Bischöfe und die Frage der kirchlichen Verwaltungsjustiz sagte Sternberg, es sei höchste Zeit, dass "die Bischöfe endlich vom Reden ins Handeln kommen".  Er griff auch den emeritierten deutschen Papst Benedikt XVI. an, der den Missbrauchsskandal in einem Aufsatz jüngst in einen Zusammenhang mit der sogenannten sexuellen Revolution der 68er-Bewegung gebracht hatte und darin die Ursachen sieht. Das sei ein "merkwürdig verfehlter Blick im Zorn", kritisierte der Präsident.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Mai 2019 um 11:00 Uhr und um 12:00 Uhr.

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