Christoph Unger | Bildquelle: dpa

Nach Warntag-Fehlschlag Katastrophenschützer Unger soll abgelöst werden

Stand: 16.09.2020 13:36 Uhr

Der Chef des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe soll nach Informationen des RBB entlassen werden. Das habe Innenminister Seehofer entschieden. Grund sind Pannen beim Warntag vergangene Woche.

Nach der Panne beim nationalen Warntag in der vergangenen Woche soll der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) abgelöst werden. Das hat nach Informationen des rbb-Inforadios Bundesinnenminister Horst Seehofer beschlossen.

Verspätete Warnung

Beim Warntag hatte es technische Probleme gegeben: Eigentlich sollten am vergangenen Donnerstag im ganzen Land um elf Uhr Sirenen und andere Warnsysteme ausgelöst werden. Unter anderem sollte die Probewarnung über Radio und Fernsehen sowie über Warnapps wie die Anwendung Nina erfolgen. Vielerorts wurden um elf Uhr zwar Sirenen ausgelöst, auch Medien verbreiteten die Warnung bereits.

Die amtliche Warnung des BBK und der Probealarm auf den Warnapps folgten jedoch erst eine halbe Stunde später. BBK-Präsident Christoph Unger räumte Defizite ein, das Bundesinnenministerium bezeichnete den Probealarm als "fehlgeschlagen". Politiker von FDP und Grünen fordern nun eine Wiederholung des Testlaufs.

Seehofer: "Grundsätzliche Änderungen"

Seehofer hatte daraufhin erklärt, die Konsequenzen aus dem verspätet verbreiteten Probealarm zur Chefsache zu machen. "Wir müssen das völlig neu ordnen, da kümmere ich mich persönlich", sagte Seehofer vergangenen Freitag in Berlin. Die Verantwortung liege beim BBK, sagte er zwar. Es könne jedoch davon ausgegangen werden, "dass sich in jeder Richtung Grundsätzliches ändern wird".

Über dieses Thema berichtete rbb Inforadio am 16. September 2020 um 13:00 Uhr.

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