Schild mit der Aufschrift "Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe" | picture alliance / Geisler-Fotop

Bundesamt für Katastrophenhilfe Mit neuen Strukturen gegen künftige Krisen

Stand: 17.03.2021 13:43 Uhr

Mehr Know-how, ein besserer Überblick und weniger Bund-Länder-Wirrwarr - so soll das Bundesamt für Katastrophenhilfe umgebaut werden. Damit will Innenminister Seehofer auch künftigen Ernstfällen wie etwa Pandemien begegnen.

Damit Deutschland auf Gesundheitskrisen wie die Corona-Pandemie künftig besser vorbereitet ist, soll das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Länder und das Gesundheitsministerium beim Krisenmanagement stärker unterstützen. Ein entsprechendes Konzept stellten Bundesinnenminister Horst Seehofer und BBK-Präsident Armin Schuster in Berlin vor.

Erst mal Überblick verschaffen

Der Plan sieht unter anderem ein bundesweites Monitoring für nationale Reserven vor. Das heißt zum Beispiel, dass die Bundesregierung weiß, wie viele Schutzanzüge, Masken oder als Notreserve gelagerte Nahrungsmittel bundesweit vorhanden sind. Das gilt ebenso für Strom und Erdöl. Diese bundesweite Kontrolle gibt es bislang nicht, da hier größtenteils die Länder zuständig sind.

Armin Schuster | EPA

Armin Schuster ist erst seit vergangenem Jahr Chef des Bundesamts. Bild: EPA

"Für ein effektives und effizientes Risiko- und Krisenmanagement ist ein deutlich frühzeitigeres und intensiveres gesamtstaatliches Zusammenwirken im Rahmen der vorhandenen und gegebenenfalls noch zusätzlich zu schaffenden Instrumentarien dringend geboten", heißt es in dem Konzeptpapier für eine Neuausrichtung des Bundesamtes.

Neues Kompetenzzentrum

Beim BBK soll zudem ein gemeinsames Kompetenzzentrum Bevölkerungsschutz eingerichtet werden. Umgehend sollen hier die Bundesbehörden unter Beteiligung der Hilfsorganisationen mit der Arbeit beginnen. In einem zweiten Schritt wird den Ländern ein Angebot zur Mitwirkung unterbreitet. "Diese übergreifende Kooperation und Kommunikation ist erforderlich, um silohafte Strukturen in unseren Zuständigkeiten zu überwinden und in komplexen Lagen den erforderlichen Austausch zu gewährleisten", heißt es in dem Dokument.

Um mehr Politiker und Führungskräfte für Aufgaben im Bevölkerungsschutz zu schulen, soll die im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr-Ahrweiler angesiedelte Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz des BBK ihr Angebot ausweiten. Dafür plant Seehofer den Aufbau eines zweiten Akademie-Standortes an einem noch nicht festgelegten Ort im Osten Deutschlands.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. März 2021 um 14:00 Uhr.