Karnevalisten feiern auf dem Marktplatz in Düsseldorf das Hoppeditz-Erwachen. | dpa

Karnevalssaison eröffnet Zwischen Schunkeln und Corona-Sorgen

Stand: 11.11.2021 17:57 Uhr

Es wird wieder geschunkelt, getanzt und gebützt. Aber auch wenn Corona im Karnevalsgetümmel für manche weit weg zu sein scheint und die Maßnahmen in den Karnevalshochburgen verschärft wurden - Zweifel und Kritik reißen nicht ab.

Der Karneval ist zurück: Um 11.11 Uhr wurde die fünfte Jahreszeit in den Karnevalshochburgen offiziell eingeläutet. Seitdem erobern die Jecken die Straßen von Köln, Düsseldorf, Bonn und Co. Die Corona-Pandemie macht dieses Unterfangen aber nicht ganz leicht: In den Hochburgen Köln und Düsseldorf gilt die 2G-Regel. Zu den abgesperrten Feier-Zonen unter freiem Himmel haben nur Geimpfte und Genesene Zugang. Ein negativer Corona-Test genügt nicht.

Söder zweifelt an der Vernunft der Feiernden

Angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zum Beginn der Karnevalssession Zweifel an der Vernunft der Beteiligten geäußert. Er wolle seinen Kollegen unter den Ministerpräsidenten keine Vorschriften machen, sagte Söder in München nach einem Treffen mit Vertretern der bayerischen Kliniken. Aber er tue sich "ein bisschen schwer, mir den Karneval vorzustellen". Das Thema solle auf der Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche besprochen werden.

Lauterbach rät von Feiern in Innenräumen ab

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach wünschte den Jecken zwar eine gute Zeit, riet aber von allen Veranstaltungen in Innenräumen ab. Er wolle kein "Spielverderber" sein, erklärte er. "Wenn drinnen, dann 2G und besser gar nicht - diesmal feiern wir Karneval draußen", schrieb Lauterbach.

Kölner Oberbürgermeisterin Reker verteidigt Karnevalsauftakt

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker verteidigte den Karnevalsauftakt trotz hoher Corona-Inzidenzen. "Was wäre denn, wenn wir gesagt hätten: Wir machen das wie im vorigen Jahr, es wird kein Karneval gefeiert", sagte die parteilose Politikerin bei einer Pressekonferenz. "Ich bin der festen Überzeugung, das wäre uns in diesem Jahr nicht gelungen." Es gebe sehr viele Menschen, die sich den 11.11. nicht mehr einfach verbieten lassen würden, weil er in Köln zum Brauchtum gehöre. "Ich glaube auch, dass ein vollständiges Verbot nicht mehr rechtlich möglich gewesen wäre."

Die Situation sei jetzt ganz anders als vor einem Jahr, als der Karneval zum 11.11. tatsächlich abgesagt worden sei. Mittlerweile gebe es eine Vielzahl von Geimpften, sagte Reker. Sie verwies darauf, dass in allen abgesperrten Feierzonen 2G gelte, dass dort also nur Geimpfte und Genesene zugelassen würden. Es habe eine genaue Einlasskontrolle gegeben.

Der Sänger Peter Brings von der gleichnamigen Kölschrock-Band sagte, man habe Corona irgendwo im Kopf, aber er hoffe, dass trotzdem alles gut gehe. "Wir müssen lernen, damit zu leben. Ich glaube, wir werden noch viel kränker, wenn wir einfach in unseren Buden sitzen bleiben", sagte Brings im WDR- Fernsehen. Allerdings habe er den Rat: "Vielleicht dieses Jahr nur den Partner knutschen!"

Junge Menschen feiern in dem 2G Bereich um den Zülpicher Platz in Köln. | dpa

Großer Andrang um den Zülpicher Platz in Köln. Bild: dpa

Zülpicher Viertel in Köln überfüllt

Bereits nach wenigen Stunden meldete die Stadt Köln, dass das für seinen Straßenkarneval bekannte Zülpicher Viertel "vollgelaufen" sei. Auch die angrenzenden Entlastungsflächen seien bereits voll, weswegen die Stadt an die Jecken appellierte, das Gebiet nicht mehr anzusteuern.

Feiern auch in Düsseldorf und Mainz

Auch in Düsseldorf feierten die Narren den Beginn der fünften Jahreszeit: Sowohl für das Erwachen des Schelms als auch für den anschließenden Hoppeditzball galt jedoch eine 2G-Regelung, deren Einhaltung im Bereich des Rathausplatzes und am Eingang des Festsaals kontrolliert wurde.

In Mainz wurde auf dem Schillerplatz traditionell das närrische Grundgesetz verlesen. Rund 7500 Menschen feierten rund um den Fastnachtsbrunnen unter 2G-Bedingungen.

Über dieses Thema berichteten am 11. November 2021 Inforadio um 12:23 Uhr und die tagesthemen um 22:15 Uhr.