Der Terrorverdächtige Islamist Magomed-Ali C. im August vergangenen Jahres. Nach einem Haftprüfungstermin am Bundesgerichtshof wurde er von Polizeibeamten zu einem Hubschrauber geführt. | Bildquelle: dpa

Mutmaßliche Anschlagspläne Anklage gegen Terrorverdächtigen

Stand: 06.03.2019 10:47 Uhr

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen in Berlin lebenden Terrorverdächtigen erhoben. Er soll einen Anschlag geplant haben. An dem Vorhaben soll auch der Weihnachtsmarktattentäter Amri beteiligt gewesen sein.

Wegen mutmaßlicher Pläne für einen Sprengstoffanschlag in Deutschland hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen in Berlin lebenden Islamisten erhoben. Dem seit August in Untersuchungshaft sitzenden Magomed-Ali C. soll es darum gegangen sein, "möglichst viele Menschen zu töten oder zumindest zu verletzen", wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte.

C. soll sich wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor dem Kammergericht Berlin verantworten.

An seinem Vorhaben, das von Polizisten gestört wurde, war neben dem inzwischen in Frankreich inhaftierten Komplizen Clément B. auch der spätere Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri beteiligt, wie die Bundesanwaltschaft erstmals offiziell mitteilte. Die Information war bereits im Dezember aus einem Brief der Karlsruher Behörde an den Untersuchungsausschuss des Bundestags zu den Vorgängen um Amris Anschlag bekannt geworden.

Sprengstoff bis heute nicht gefunden

Der 31-jährige C., der russischer Staatsangehöriger ist, wird verdächtigt, im Oktober 2016 in seiner Berliner Wohnung "eine nicht unerhebliche Menge" des Sprengstoffs TATP aufbewahrt zu haben. Diesen soll er gemeinsam mit Clement B. beschafft oder hergestellt haben, der dafür extra zu ihm nach Berlin kam. Die beiden brachen ihr Vorhaben aber ab, weil B. nach einer Polizeimaßnahme eine Durchsuchung fürchtete. Der Sprengstoff wurde bis heute nicht gefunden.

Auf der Suche nach weiteren Mittätern sei Ende 2015 der Kontakt zu Amri entstanden, der allerdings zwischenzeitlich wieder abgebrochen wurde. Anfang Oktober 2016 habe sich Amri dem Vorhaben dann angeschlossen, hieß es.

Der LKW mit dem Anis Amri in die Menge fuhr | Bildquelle: dpa
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Der Lkw, mit dem Anis Amri seinen Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ausübte.

Durch einen Polizeibesuch aufgeschreckt

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Islamisten wenig später durch einen Polizeibesuch bei C. aufgeschreckt wurden und sich trennten. Clément B. wurde später in Frankreich gefasst, wo er mit einem weiteren Komplizen einen anderen Anschlag vorbereitet haben soll.

Amri steuerte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen in einen Berliner Weihnachtsmarkt und tötete zwölf Menschen. Laut Bundesanwaltschaft wussten C. oder Clément B. von diesem Vorhaben nichts.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. März 2019 um 11:00 Uhr und 12:00 Uhr in den Nachrichten.

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