Anja Karliczek | REUTERS

Ministerin Karliczek Keine "Wunder-Pille" gegen Covid-19

Stand: 15.04.2021 13:23 Uhr

Die Bundesregierung fördert acht Forschungsvorhaben zur Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19. Forschungsministerin Karliczek dämpfte jedoch die Erwartungen: Die "eine Wunder-Pille" werde es nicht geben.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat Hoffnungen auf schnelle Erfolge bei der Medikamentenforschung zur Behandlung von Covid-19 erneut gedämpft. Aus vielen Gesprächen mit Forschern sei immer wieder deutlich geworden, dass man keine Wunder erwarten dürfe, sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Arzneimittelentwicklung dauere in der Regel Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte. "Es wird nicht die eine Wunder-Pille gegen Covid-19 geben können", sagte Karliczek. Patienten benötigten stattdessen je nach Schwere oder auch Stadium der Erkrankung unterschiedliche Therapien. Hier wolle man ansetzen.

Mehrere Projekte zur Medikamentenforschung

Das Bundesforschungsministerium fördert die Medikamentenforschung mit 50 Millionen Euro. Ein Expertengremium hat inzwischen für acht Projekte Empfehlungen im Rahmen dieses Förderprogramms ausgesprochen. Auf Empfehlung des Gremiums hin sollen in den nächsten Wochen die konkreten Förderentscheidungen fallen. Es geht bei den Projekten etwa Behandlungsansätze mit verschiedenen Antikörpern sowie einem RNA-Wirkstoff.

Noch großer Forschungsbedarf

Als Gutachter beteiligt waren Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie in Frankfurt am Main, und Christoph Spinner, Oberarzt für Infektiologie und Pandemiebeauftragter des Klinikums rechts der Isar in München.

Beide sprachen am Donnerstag ebenfalls von langwierigen Prozessen. "Es gibt nach wie vor kaum Medikamente mit einem erwiesenen Nutzen gegen diese Erkrankung", sagte Ciesek. Spinner sagte, viele einstige Hoffnungsträger wie das Malaria-Medikament Chloroquin seien gänzlich aus der Klinik verschwunden, weil sie keinen Nutzen gehabt hätten. Spinner sieht noch großen Forschungsbedarf. "Es geht vor allem um das richtige Medikament zur richtigen Zeit."

Medikamente bleiben wichtiger Baustein

Auch Karliczek unterstrich die Bedeutung der Medikamentenforschung bei der Pandemie-Bekämpfung. Die Arzneimittel würden auch benötigt, wenn ein Großteil der Menschen geimpft sei. "Denn wir müssen davon ausgehen, dass das Virus uns weiter begleiten wird." Zudem könne oder wolle nicht jeder und jede geimpft werden und nicht bei allen Geimpften werde ein vollständiger Schutz vor Erkrankungen erreicht.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 16. April 2021 um 14:23 Uhr.