SPD-Regionalkonferenz mit Klara Geywitz, Abgeordnete im Landtag von Brandenburg, Olaf Scholz, Bundesfinanzminister, Boris Pistorius, Innenminister von Niedersachsen, und Petra Köpping, Integrationsministerin in Sachsen | Bildquelle: dpa

Stichwahl um SPD-Vorsitz Viel Unterstützung für Scholz und Geywitz

Stand: 09.11.2019 10:01 Uhr

Kurz vor der Stichwahl um den SPD-Vorsitz erfährt das Duo Scholz/Geywitz immer mehr Unterstützung aus den eigenen Reihen. Auch das unterlegene Team Pistorius/Köpping wirbt für die beiden. Das gefällt längst nicht allen in der Partei.

Zehn Tage vor der Stichwahl um den SPD-Vorsitz kommt Unruhe in das Verfahren: Mehrere Minister haben sich bereits für das Team Klara Geywitz und Olaf Scholz ausgesprochen - auch das unterlegene Duo Petra Köpping und Boris Pistorius zog nun nach und gab eine klare Wahlempfehlung für den Bundesfinanzminister und die Brandenburger Landspolitikerin ab.

30 Jahre nach dem Mauerfall brauche die SPD "eine Ost-West-Doppelspitze". Es gehe um unterschiedliche Lebenserfahrungen und Blickwinkel. "Deswegen werden wir in der Stichwahl Klara Geywitz und Olaf Scholz unterstützen", sagte Niedersachsens Innenminister Pistorius der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die sächsische Staatsministerin Köpping sagte, sie erwarte von Geywitz, "dass sie erkennbar die ostdeutsche Perspektive einnimmt und damit einen Beitrag hin zu einer gesamtdeutschen Politik leistet."

"Entspricht nicht dem Geist des Mitgliedervotums"

Scholz und Geywitz können unter anderem auch auf die Bundesminister Heiko Maas, Franziska Giffey und Christine Lambrecht zählen. Dass sich die SPD-Prominenz so klar positioniert, verschnupft andere in der Partei - wie den unterlegenen Kandidaten Karl Lauterbach, der mit der Umweltpolitikerin Nina Scheer angetreten war.

Die Unterstützung für eines der beiden Teams "entspricht nicht dem Geist des Mitgliedervotums", sagte Lauterbach dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Die Mitglieder seien selbst in der Lage, sich eine Meinung zu verschaffen. Deswegen habe es die Regionalkonferenzen gegeben. Dieses aufwendige Verfahren werde durch die Wahlempfehlungen konterkariert.

Klingbeil mahnte zur Zurückhaltung

Auch Vize-Fraktionschef Achim Post und der Chef der nordrhein-westfälischen SPD, Sebastian Hartmann, sprachen sich gegen Wahlempfehlungen aus. Damit liegen sie auf einer Linie mit SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Er hatte die Parteielite kurz nach der ersten Wahlrunde aufgerufen, die Entscheidung der Mitglieder nicht zu beeinflussen.

Scholz und Geywitz treten gegen den früheren nordrhein-westfälischen Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken an. Sie gelten als Favoriten der Parteilinken und werden von den Jusos unterstützt.

Die Kandidatenpaare Norbert Walter-Borjans (l) und Saskia Esken (2.v.l) sowie Olaf Scholz 2.v.r.) und Klara Geywitz (r) gratulieren einander zum Einzug in die Stichwahl. | Bildquelle: dpa
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Sie gehen in die Stichwahl: Team "NoWaBo"/Esken und Scholz/Geywitz

Die Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Duos findet vom 19. bis 29. November statt. Formal gewählt werden die neuen Vorsitzenden auf einem Bundesparteitag vom 6. bis 8. Dezember.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. November 2019 um 10:15 Uhr.

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