Kevin Kühnert ist auf dem Bundeskongress erneut zum Juso-Vorsitzenden gewählt worden | Bildquelle: dpa

Bundeskongress in Schwerin Kühnert bleibt Juso-Vorsitzender

Stand: 22.11.2019 22:39 Uhr

Er will demnächst auch im Bundesvorstand der SPD mitmischen: Vorher hat sich Kevin Kühnert aber erst einmal als Vorsitzender der Jusos bestätigen lassen.

Der Bundeskongress der Jusos hat Kevin Kühnert für weitere zwei Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Der 30-jährige Berliner trat in Schwerin ohne Gegenkandidat an und erhielt 88,6 Prozent der Stimmen. Damit verbesserte er das Ergebnis seiner ersten Wahl 2017, als ihm knapp 76 Prozent der Delegierten das Vertrauen ausgesprochen hatten.

In seiner Rede hatte Kühnert seine Ambitionen für einen Sitz im neuen SPD-Bundesvorstand untermauert. "Wir haben gesagt, dass wir Verantwortung in der SPD übernehmen wollen. Wir möchten, dass sie sich verjüngt und dass sie vielfältiger wird. Davon ist bisher noch nicht so fürchterlich viel zu sehen", konstatierte Kühnert. Doch ließ er offen, ob er - wie zuvor in Interviews geäußert - einen der einflussreichen Stellvertreterposten anstrebt.

Mit Spannung werden Kühnerts Schritte in der Partei beobachtet. Sein turnusgemäßer Antritt für eine zweite Amtszeit als Juso-Chef fällt in die entscheidende Phase der personellen Neuaufstellung der SPD. Noch bis kommenden Freitag können die rund 425.000 Parteimitglieder ihre Stimme in der Stichwahl um den Vorsitz abgeben.

Kühnert bleibt Juso-Vorsitzender
Tagesschau 01:00 Uhr, 23.11.2019

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Raus aus "neoliberaler Pampa"

Kühnert bekräftigte in Schwerin die Unterstützung der Jusos für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. Mit der Positionierung für das linke Bewerber-Duo solle der Status Quo der SPD und der Status Quo der Großen Koalition infrage gestellt werden. "Wir wollen, dass die SPD aus der neoliberalen Pampa rauskommt und das glaubwürdig auch mit Gesichtern unterfüttert", sagte Kühnert.

Anders als die leicht favorisierten Mitbewerber um die Doppelspitze, Klara Geywitz und Olaf Scholz, stehen Esken und Walter-Borjans wie die Jusos der schwarz-roten Koalition kritisch gegenüber und befürworten eher ein vorzeitiges Ende. Bei den Jungsozialisten engagieren sich nach eigenen Angaben bundesweit rund 70.000 junge Menschen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. November 2019 um 01:00 Uhr.

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