Delegierte beim Deutschlandtag der Jungen Union  | Bildquelle: dpa

Kanzlerkandidatur der Union Junge Union stimmt für Urwahl

Stand: 11.10.2019 23:35 Uhr

Die Junge Union hat bei ihrem Deutschlandtag für eine Urwahl des nächsten CDU/CSU-Kanzlerkandidaten gestimmt. Die Nachwuchsorganisation wird bei den bevorstehenden Parteitagen entsprechende Anträge stellen.

Die Nachwuchsorganisation von CDU und CSU will den nächsten Kanzlerkandidaten von den Mitgliedern in einer Urwahl bestimmen lassen. Gegen die Empfehlung führender Unionspolitiker stimmten die Delegierten der Jungen Union am Freitagabend auf ihrem Deutschlandtag in Saarbrücken mit rund 61,4 Prozent für einen entsprechenden Antrag. Die Junge Union will den Antrag nun auf den bevorstehenden Parteitagen von CDU und CSU zur Abstimmung einbringen.

Votum gegen Empfehlung der Parteiführung

Traditionell hat bei der CDU die oder der Vorsitzende das Zugriffsrecht auf die Kandidatur. Eine Urwahl würde bedeuten, der Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer dieses etablierte Anrecht zu nehmen. Diese hatte zuvor klar gemacht, dass sie den Vorstoß der Jungen Union ablehnt, aber auch "keine Angst" vor ihm habe. Auch der CSU-Vorsitzende Markus Söder hatte sich dagegen ausgesprochen.

Kramp-Karrenbauer wird erst zum Abschluss des Treffens am Sonntag vor den Delegierten sprechen. Das Votum dürfte die wegen sinkender Umfragewerte ohnehin in Bedrängnis geratene Parteivorsitzende weiter unter Druck setzen.

Die Antragssteller bei der Jungen Union hatten ihr Vorgehen unter anderem mit den schlechten Wahl- und Umfrageergebnissen der Partei begründet. Von einer Urwahl versprechen sie sich eine Mobilisierung der Basis. Gegner hatten vor internem Streit und Selbstbeschäftigung gewarnt. Der Antrag sieht vor, dass sowohl die Mitglieder der CDU als auch der CSU über den nächsten Kanzlerkandidaten abstimmen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. Oktober 2019 um 09:00 Uhr.

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