Der Schauspieler Jürgen Holtz | Bildquelle: dpa

Schauspieler gestorben Trauer um Jürgen Holtz

Stand: 22.06.2020 07:15 Uhr

In den 1990er-Jahren moserte Jürgen Holtz in der Fernsehserie "Motzki" über die Wiedervereinigung. Wirklich zu Hause war er aber auf der Theaterbühne, wo er zuletzt ein großes Wagnis einging. Nun ist er im Alter von 87 Jahren gestorben.

Der Berliner Schauspieler Jürgen Holtz ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung, wie das Berliner Ensemble der Nachrichtenagentur dpa bestätigte.

Holtz hatte an mehreren großen deutschen Theatern gearbeitet und wurde im Fernsehen als nörgelnder "Motzki" bekannt. In der ARD-Serie nahm er ab 1993 satirisch die deutsch-deutsche Vereinigung in den Blick.

Noch im vergangenen Jahr hatte der Schauspieler eine große Theaterrolle übernommen. Am Berliner Ensemble spielte er Anfang 2019 im Drama von Bertolt Brecht den Physiker Galileo Galilei unter der Regie von Frank Castorf. Die Premiere dauerte fast sechs Stunden - und Holtz spielte das Stück stellenweise splitternackt.

Zu Hause auf vielen Bühnen

Holtz wurde in Berlin geboren, studierte Schauspiel in der DDR und arbeitete dort an mehreren Bühnen und für die Defa. Anfang der 1980er-Jahre setzte er seine Karriere in Westdeutschland fort. Auch in Filmen war er zu sehen, etwa in der DDR-Komödie "Good Bye, Lenin!" und in Margarethe von Trottas Porträtfilm "Rosa Luxemburg".

Eine Theaterrolle brachte Holtz zwei besondere Ehrungen: Für seine Darstellung als der Alte im Drama "Katarakt" von Rainald Goetz erhielt er den Gertrud-Eysoldt-Ring und wurde vom Magazin "Theater heute" zum Schauspieler des Jahres gekürt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 22. Juni 2020 um 06:31 Uhr.

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