Flugzeug vom Typ Junkers Ju-52 bei einem Rundflug (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Schweizer Oldtimer-Flieger Ju-Air verliert kommerzielle Fluglizenz

Stand: 12.03.2019 21:50 Uhr

Die Fluggesellschaft Ju-Air darf in der Schweiz künftig keine kommerziellen Flüge mit ihren Oldtimer-Maschinen mehr anbieten: Heutige Sicherheitsanforderungen seien nicht erfüllt. Abheben dürfen sie aber weiterhin.

Das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) wird der Fluggsellschaft Ju-Air die Lizenz für kommerzielle Flüge entziehen. Das teilte die Behörde mit.

Nach dem Absturz einer Ju-52-Maschine vergangenen Sommer sei die Behörde zu dem Schluss gekommen, dass ein kommerzieller Weiterbetrieb mit historischen Flugzeugen die heutigen Sicherheitsanforderungen nicht mehr erfülle.

Im privaten Rahmen darf Ju-Air aber unter technischen und betrieblichen Auflagen weiterhin Passagierflüge für ihre Vereinsmitglieder anbieten, hieß es. Die Fluggäste müssen dazu mindestens 30 Tage Vereinsmitglieder sein und über die höheren Risiken aufgeklärt worden sein.

Ju-Air hatte Erweiterung der Flotte geplant

Ju-Air setzt für ihre Flüge alte Maschinen aus Schweizer Militärbeständen ein und hatte im kommenden Sommerhalbjahr eine weitere Ju-52 in die Flotte aufnehmen wollen. Eine entsprechende Genehmigung für kommerzielle Passagierflüge hatte das Unternehmen vor mehr als 35 Jahren bekommen.

Im August 2018 war eine etwa 80 Jahre alte Maschine abgestürzt. 20 Menschen kamen dabei ums Leben. In der Folge hatte Ju-Air ein vorläufiges Flugverbot erhalten. Schäden am Hauptholm des Flugzeugflügels, die bei der Inspektion am Wrack zutage traten, waren damals allerdings nicht als Absturzursache beurteilt worden.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 12. März 2019 um 20:26 Uhr.

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