Anhänger der jemenitischen Regierungstruppen in Hudeida. Foto vom 10. Dezember dieses Jahres. | Bildquelle: NAJEEB ALMAHBOOBI/EPA-EFE/REX

Jemen Kämpfe trotz Waffenruhe in Hodeida

Stand: 15.12.2018 02:41 Uhr

Trotz vereinbarter Waffenruhe hat es in der jemenitischen Hafenstadt Hodeida offenbar vereinzelt Kämpfe gegeben. Der UN-Sondergesandte Griffiths forderte einen wirksamen Kontrollmechanismus für die Feuerpause.

In der jemenitischen Hafenstadt Hodeida ist es trotz der vereinbarten Waffenruhe zwischen Regierungstruppen und Rebellen zu Kämpfen gekommen. Im Süden der Stadt sei Artilleriefeuer zu hören gewesen, sagte ein Bewohner der Nachrichtenagentur AFP. Ein anderer Einwohner erzählte von wiederkehrenden Feuergefechten im Osten Hodeidas.

Die Rebellen warfen den regierungsnahen Truppen Angriffe auf ihre Stellungen in der Provinz Hodeida vor. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition habe in der Region zudem Luftangriffe geflogen. Riad hatte zuvor die Vereinbarung zwischen Regierung und Huthis befürwortet und die Rebellen aufgerufen, "diesen Weg" in Richtung einer politischen Lösung zu gehen.

Rückzug von Regierungstruppen und Rebellen vorgesehen

Beide Seiten hatten am Donnerstag bei von der UN vermittelten Gesprächen in Schweden eine Feuerpause vereinbart, die in der darauf folgenden Nacht in Kraft trat.

Die zum Abschluss der Jemen-Gespräche im Beisein von UN-Generalsekretär Antonio Guterres verabredete Waffenruhe sollte für die Stadt Hodeida und den dortigen Hafen gelten, über den der Großteil der humanitären Hilfe in den Jemen gelangt.

Die Einigung sieht einen Rückzug von Regierungstruppen und Rebellenkämpfern vor.

Erneutes Treffen Ende Januar

Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, forderte einen wirksamen Kontrollmechanismus für die Feuerpause. Dies sei "unerlässlich" sondern auch "dringend nötig", sagte Griffiths dem UN-Sicherheitsrat in New York. Er war per Videotelefon aus der jordanischen Hauptstadt Amman zugeschaltet.

Der UN eine führende Rolle in den Häfen Hodeidas einzuräumen sei "ein wichtiger erster Schritt", fuhr der Diplomat fort. Die Konfliktparteien im Jemen rief er dazu auf, eine Überwachung innerhalb der nächsten Tage zuzulassen.

Die Konfliktparteien wollen sich Ende Januar erneut treffen, kündigte Griffiths an.

Hafen in Hudaida | Bildquelle: dpa
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Der Hafen in Hodeida. Der Großteil der humanitären Hilfe, die in den Jemen gelangt, wird über Hodeida umgeschlagen.

UN planen Resolution

Der UN-Sicherheitsrat will die Waffenruhe für den Hafen Hodeida mit einer schnell zu verabschiedenden Resolution stärken. Es gebe "keine Zeit zu verlieren", sagte Großbritanniens UN-Botschafterin Karen Pierce. Unterstützung signalisierten unter anderem die USA, Frankreich, die Niederlande und Schweden.

Der von Großbritannien vorgelegte Resolutionsentwurf sieht vor, die in vergangenen Tagen ausgehandelte Waffenruhe für Hodeida zu unterstützen. Auch mit deren Einhaltung sowie nächsten Schritten soll sich die Resolution befassen. Entscheiden müsste der Rat außerdem, ob zur Überwachung der Waffenruhe Experten ins Land geschickt werden.

Mehr als 10.000 Menschen getötet

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. 

Nach UN-Angaben wurden in dem Bürgerkrieg bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen Tausende Zivilisten. In dem Land herrscht der UN zufolge die schlimmste humanitäre Krise weltweit. Millionen Kinder leiden an Hunger und Krankheiten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Dezember 2018 um 06:00 Uhr.

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