Ein Absperrband mit Blaulicht. | Bildquelle: dpa

Rechtsextremismus Weniger Straftaten gegen Muslime

Stand: 05.06.2019 10:44 Uhr

Angriffe auf Muslime und Moscheen in Deutschland sind im ersten Quartal erneut zurückgegangen. Insgesamt wurden 132 Vorfälle registriert. Kein Anlass zur Entwarnung, meint die Linkspartei.

Die Zahl der Straftaten gegen Muslime und Moscheen in Deutschland ist zu Jahresbeginn auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gesunken. Im ersten Quartal 2019 registrierten die Behörden 132 Vorfälle, das waren deutlich weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres mit 196, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht.

Im ersten Quartal 2017 waren es demnach sogar noch 221 Fälle. Die Bundesregierung verweist in ihrer Antwort auf die Anfrage jedoch darauf, dass durch Nachmeldungen die endgültigen Zahlen höher liegen dürften.

Zu den Vorfällen gehörten etwa Volksverhetzung, aber auch Sachbeschädigungen, Beschimpfung und Beleidigung von Muslimen, Hausfriedensbruch und Schmierereien. Von Januar bis März wurden dabei vier Menschen verletzt - deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum, in dem es 17 Verletzte gab.

Merkez-Moschee in Duisburg | Bildquelle: dpa
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Muslimische Einrichtungen waren auch im ersten Quartal 2019 Ziel von Sachbeschädigungen, Schmierereien und Hausfriedensbruch.

Langfristiger Trend nach unten

Insgesamt zeigt der Trend schon länger nach unten. Während im Gesamtjahr 2017 noch 950 Angriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen wie Moscheen registriert wurden, waren es 2018 noch 824. In den Jahren davor wurden islamfeindliche Übergriffe nicht separat erfasst, so dass es keine Vergleichszahlen gibt.

Die innenpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion, Ulla Jelpke, sieht trotz der rückläufigen Zahlen aber keinen Anlass für Entwarnung. "Denn weiterhin entlädt sich der Hass auf Muslime tagtäglich auch unterhalb der Ebene der Strafbarkeit im Internet, am Stammtisch und leider auch in den Parlamenten", teilte sie mit. So würden beispielsweise "neue Kopftuchdebatten" nicht den betroffenen Frauen und Mädchen helfen, sondern vielmehr zu deren weiterer Ausgrenzung beitragen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Juni 2019 in den Nachrichten.

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