Fahne der Terrorgruppe Islamischer Staat | Bildquelle: AFP

Bedenken von Sicherheitsexperten Zweifel an IS-Bekennerschreiben

Stand: 16.07.2016 12:45 Uhr

Das Bekenntnis des "Islamischen Staates" enthält nur die Aussage, dass der Attentäter von Nizza "ein Soldat des IS" gewesen sei. Es fehlt an Täterwissen, weshalb Sicherheitsexperten skeptisch sind, ob das Schreiben ernst zu nehmen ist.

Von Holger Schmidt, SWR, ARD-Terrorismusexperte

Die Nachricht erschien auf einer Internetseite des Dienstes Amak - einer Nachrichtenquelle, die dem sogenannten Islamischen Staat nahe steht und in der immer wieder Botschaften des IS verbreitet werden. Allerdings sagt Amak nur, dass der Fahrer des Lkw "ein Soldat des IS" gewesen sei - und das man sich über die Tat freue. Die Botschaft enthält keinerlei weitere Einzelheiten.

In deutschen Sicherheitskreisen herrscht nicht nur deshalb große Skepsis, ob dieses Bekenntnis ernst zu nehmen ist. Es gibt bei Amak keinerlei Täterwissen - im Gegensatz zu früheren Botschaften in anderen Fällen. Als plausibel schätzen Geheimdienste solche Botschaften unter anderem dann ein, wenn sie mehr Informationen über den Fall enthalten, als öffentlich bekannt sind. Das ist bei Amak nicht der Fall.

Zudem gibt es nach Einschätzung deutscher Sicherheitsbehörden bislang nicht den kleinsten Hinweis darauf, dass der Fahrer des Lkw islamistisch radikalisiert gewesen sein könnte. Auch bei französischen Behörden wächst die Skepsis, ob die frühe Festlegung zum Motiv des Täters richtig war.

Ellis Fröder, ARD Paris, zum letzten Stand der Ermittlungen
tagesschau 15:40 Uhr, 16.07.2016

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