Frauen, die mit IS-Kämpfern verheiratet sein sollen, im Lager al-Hol im Nordosten Syriens | Bildquelle: AFP

Mithilfe der Bundesregierung IS-Frau mit Kindern zurückgekehrt

Stand: 24.11.2019 00:49 Uhr

Gegen sie wird wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt: Am Abend ist eine Frau aus dem IS-Gebiet nach Deutschland zurückgekehrt - offenbar erstmals mit Unterstützung der Bundesregierung.

Zusammen mit drei Kindern ist am Samstagabend eine mutmaßliche IS-Anhängerin aus dem Herrschaftsgebiet der Terrormiliz nach Deutschland zurückgekehrt. Die vier Personen seien kurz nach 21 Uhr mit einer deutschen Linienmaschine aus dem irakischen Erbil kommend am Flughafen Frankfurt gelandet, sagte eine Sprecher der Bundespolizei der Nachrichtenagentur dpa.

Die Bundespolizei habe die üblichen Einreisevoraussetzungen überprüft. Die weiteren Ermittlungen in dieser Sache gegen die Frau übernähmen die zuständigen Sicherheitsbehörden des Landes Hessen, hieß es weiter.

Bislang nur Kinder zurückgeholt

Damit kam erstmals mit Unterstützung der Bundesregierung eine Frau nach Deutschland zurück, die ins IS-Herrschaftsgebiet ausgereist war. Bisher hatte Deutschland nur bei der Ausreise von Kindern aus syrischen Gefangenenlagern geholfen.

Gegen die IS-Rückkehrerin werde wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht ermittelt, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt der dpa. Es gebe aber keinen Haftbefehl. Die Frau sei 30 Jahre alt. Über Herkunfts-, Aufenthalts- oder Geburtsort machte er keine Angaben. Was mit der Frau nach der Landung geschehe, falle in die Zuständigkeit der Polizei.

Frau soll aus Hessen stammen

Das Auswärtige Amt hatte bereits am Freitag bestätigt, dass "drei weitere deutsche Kinder, die sich in Nordsyrien in Gewahrsam befunden haben, von dort aus gemeinsam mit ihrer Mutter in den Irak ausreisen konnten". Nach dpa-Informationen soll die Familie zuletzt im Lager Al-Hol gelebt haben. Medienberichten zufolge soll die Frau aus Mittelhessen stammen. Das dortige Polizeipräsidium sagte der dpa, man mache zu dem Fall keine Angaben.

Die Bundesregierung hatte mit Blick auf Frauen, die aus Gefangenenlagern in Syrien zurückkehren wollen, zuletzt erklärt, sie werde sich jeden Einzelfall anschauen. Im August waren drei Waisenkinder und ein schwer erkranktes Kind aus IS-Familien via Irak nach Deutschland gebracht worden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. November 2019 um 01:00 Uhr.

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