Röttgen zur US-Außenpolitik "Welt wird unsicherer und egoistischer"

Stand: 27.12.2018 22:23 Uhr

Die USA seien nicht ersetzbar, sagt der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Röttgen, im tagesthemen-Interview zu Trumps Ankündigung, sich künftig aus Krisenregionen zurückzuziehen. Die Welt werde dadurch unsicherer.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, hat sich besorgt über den außenpolitischen Kurs der USA unter Präsident Donald Trump geäußert. Die Vereinigten Staaten seien als Weltordnungsmacht "nicht ersetzbar", sagte er im Interview mit den tagesthemen. Indem die USA diese Rolle aufgeben, werde die Welt "unsicherer, instabiler und egoistischer werden." Das sei die traurige Wahrheit.

Norbert Röttgen, Vorsitzender Auswärtiger Ausschuss: "Ohne die USA als Ordnungsmacht wird die Welt unsicherer, instabiler und egoistischer"
tagesthemen 23:30 Uhr

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Ende der "Stabilität und Demokratie"

Bei einem Truppenbesuch im Irak hatte Trump gesagt, die USA könnten "nicht weiter der Weltpolizist sein". Röttgen sagte dazu, "Weltpolizist" halte er für eine veraltete Kategorie. Es gehe vielmehr um "Weltordnung, Stabilität, Ausgleich, Diplomatie". Dafür hätten die USA gestanden. Trump wolle sich von dieser Rolle aber leider verabschieden, "ohne, dass es einen Ersatz dafür gibt".

China und Russland würden in die Lücke stoßen, "aber nicht im Sinne einer Ordnungsrolle", warnte Röttgen. Er schloss sich der Forderung der US-Regierung an, dass Deutschland mehr finanzielle Lasten übernehmen müsse. "Da haben wir Nachholbedarf", sagte der CDU-Politiker. Andernfalls habe Deutschland nicht das Recht, die USA für ihr schwindendes weltpolitisches Engagement zu kritisierten.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 27. Dezember 2018 um 23:30 Uhr.

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