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Günther zu CDU-Vorsitz Abgrenzung nach rechts "bitter nötig"

Stand: 17.02.2020 22:18 Uhr

Welche Eigenschaften muss ein künftiger CDU-Chef haben? Er darf nicht polarisieren, sagt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther im tagesthemen-Interview. Und er müsse die Autorität haben, die CDU klar nach rechts abzugrenzen.

tagesthemen: Alle reden jetzt von einem Team. Strebt die CDU ein Team an, weil einer allein wieder so zerrieben werden würde wie Annegret Kramp-Karrenbauer?

Daniel Günther: Nein, ich glaube nicht, dass das der Grund ist. Wir müssen insgesamt Sorge dafür tragen, dass die Gesellschaft beieinander bleibt - aber auch dass wir in der Partei beieinander bleiben. Im Moment reden wir über drei Menschen in der Union, die wichtig auch für unsere Partei sind, auch in den unterschiedlichen Ämtern, in denen sie sind.

tagesthemen: Sind Sie denn sicher, dass alle drei Kandidaten auch Teamplayer sind?

Günther: Ich glaube, dass alle klug beraten sind, jetzt erst mal die Gespräche abzuwarten. Wir haben ja auch noch keine offiziellen Bewerbung bisher, und von daher halte ich diesen Prozess im Moment auch wirklich für vollkommen offen. Und jeder, dem es um die CDU geht und nicht um seine eigene Person, ist klug beraten, sich auch einem solchen Gedanken mal zu nähern.

Daniel Günther, CDU, Ministerpräsident Schleswig-Holstein, zum CDU-Vorsitz
tagesthemen 22:15 Uhr, 17.02.2020

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"Er darf keine polarisierende Person sein"

tagesthemen: Welche Fähigkeiten muss dann ein Kandidat haben, um die Partei zu versöhnen?

Günther: Ein Kandidat muss den Kurs der Union klar bestimmen. Er muss auch die notwendige Autorität dafür zu haben, sich klar in der Mitte zu positionieren, eine deutliche Abgrenzung gegenüber rechts durchzuführen. Das haben wir als Union bitter nötig, auch gerade nach den letzten Wochen. Und hier muss eine klare Ausrichtung erfolgen.

Er muss aber auch die unterschiedlichen Flügel ein Stück weit zusammenbinden. Er darf also keine polarisierende Person sein. Wir brauchen jetzt eine geschlossene Partei und sollten uns vor allem darauf konzentrieren, wie wir Wählerinnen und Wähler gewinnen - auch mit Blick auf die nächste Bundestagswahl. Das sollte im Mittelpunkt auch jetzt bei der Kandidatensuche stehen.

tagesthemen: Friedrich Merz hat vergangene Woche über die herkömmlichen Medien gesagt: "Die brauchen wir nicht mehr, wir können über unsere eigenen Kanäle unsere eigene Deutungshoheit behalten". Jetzt hat er diesen Satz wieder relativiert. Ist einer, der immer wieder eigene Äußerungen zurückholen muss, ein geeigneter Kandidat?

Günther: Nun müssen wir nicht alles, was auf Karnevalsveranstaltungen gesagt wird, übermäßig ernst nehmen. Ich sage Ihnen allerdings auch sehr offen: Ich glaube, dass wir ein Rieseninteresse daran haben, dass wir starke Medien in Deutschland haben. Starke öffentlich-rechtliche Medien, aber auch Privatmedien.

Wir brauchen Menschen, die uns in der Politik auf die Finger schauen, die aber auch einen Berufsethos haben, also von daher auch auf Qualität Wert legen. Das ist Journalismus, den wir dringend brauchen. Und ich glaube, das sollte auch niemand in Abrede stellen.

alt Daniel Günther | Bildquelle: REUTERS

Zur Person

Daniel Günther war bis zum überraschenden Wahlsieg der CDU in Schleswig-Holstein im Mai 2017 bundespolitisch ein Unbekannter. Der 46-Jährige regiert inzwischen geräuschlos in einer Jamaika-Koalition - auch im Bund hätte er sich Jamaika gewünscht. Günther gilt als Modernisierer, pragmatisch, er verteidigte Merkels liberalen Kurs, warb 2018 für Kramp-Karrenbauer als neue Parteichefin.

"Merkel gehört auf jeden Fall ins Team"

tagesthemen: Gehört Angela Merkel noch ins Team der CDU?

Günther: Sie gehört auf jeden Fall ins Team der Union. Sie ist eine beliebte Politikerin, genießt hohes Ansehen - auch als Bundeskanzlerin. Von daher haben wir ein hohes Interesse, dass wir mit ihr an der Seite in diese nächste Wahlauseinandersetzung gehen. Wir können viel von den Sympathien profitieren, die sie bei den Menschen hat. Mit Angela Merkel an unserer Seite haben wir als CDU auch alle Chancen ein sehr, sehr ordentliches Ergebnis bei der Bundestagswahl zu holen.

tagesthemen: Ein Kanzlerkandidat und die Kanzlerin auf Abruf Seit' an Seit' in einem Wahlkampf. Sie glauben, das funktioniert?

Günther: Wir haben unterschiedliche Erfahrungen mit anderen Konstellation gemacht. Aber ich glaube sehr wohl, dass das funktionieren kann, wenn wir mit unserem Kandidaten oder unserer Kandidatin bei der Bundestagswahl auch deutlich machen, dass es um die Zukunft auch nach der Großen Koalition geht, und wenn wir gleichzeitig auch in erfolgreicher Regierungsarbeit zeigen, was wir leisten können für unser Land.

"Kein Problem, wenn man nicht innerparteilich eins daraus macht"

tagesthemen: Aber wir haben es ja gerade erst gesehen, dass die Trennung von CDU-Vorsitz und Kanzlerschaft nicht funktioniert.

Günther: Politik hat erst mal etwas damit zu tun, dass man sich die Realität angucken. Klar, als Politikwissenschaftler würde ich auch immer sagen: Es wäre gut, wenn beides in einer Hand liegt. Aber die Situation haben wir jetzt nicht. Und ich glaube, dass wir auch keine anderen Szenarien durchspielen sollten.

Die Kanzlerin ist gewählt, auch bis zum Ende dieser Wahlperiode. Und ich persönlich finde auch, dass es sich verbietet, das Amt der Kanzlerin für irgendwelche parteipolitischen Taktierereien zu nutzen. Das mögen die Menschen auch nicht. Und deswegen sollten wir solche Überlegungen gar nicht anstehen. Wir sollten die Realität zur Kenntnis nehmen - und das heißt: Wir haben eine erfolgreiche Kanzlerin und werden dann mit einem Spitzenkandidaten in die Bundestagswahl gehen. Ich glaube, das ist kein Problem, wenn man nicht unnötig innerparteilich eines daraus macht.

Das Interview führte Caren Miosga. Es wurde am frühen Abend aufgezeichnet und für die schriftliche Fassung redigiert und leicht gekürzt. Die vollständige Fassung finden Sie als Video auf dieser Seite.

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