Ein Jugendlicher betrachtet Inhalte der Videoplattform YouTube' auf seinem Smartphone.  | Bildquelle: picture alliance / Tobias Hase/d

"Generation Internet" Besorgt im Netz

Stand: 19.11.2018 11:45 Uhr

Misstrauischer und deutlich vorsichtiger. So beschreibt eine Studie die "Generation Internet" - also diejenigen, die heute zwischen 14 und 24 Jahre alt sind. Mobbing, Fake-Profile und Beleidigungen machen Angst.

Junge Menschen sehen zunehmend die Schattenseiten des Internets. Das ergab eine repräsentative Studie, die Familienministerin Franziska Giffey vorstellte. Die U25-Untersuchung erfragte die Einstellung der heute 14 bis 24-Jährigen und vergleicht die Ergebnisse mit einer ähnlichen Befragung vor vier Jahren.

Demnach können sich 68 Prozent ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. 69 Prozent sagen sogar, dass es sie glücklich macht, unter anderem weil es "unbegrenzte Möglichkeiten" bietet. 2014 waren noch 71 Prozent täglich online, 2018 insgesamt 99 Prozent.

Was macht Angst?

Die Befragten haben jedoch verstärkt Angst davor, dass peinliche oder intime Posts veröffentlicht werden. Laut der Studie stieg die Zahl um 18 Prozentpunkte von 28 Prozent auf 46 Prozent. Auch die Sorge, auf Fake-Profile hereinzufallen, ist gestiegen - um 16 Prozentpunkte auf 44 Prozent. Zugleich glauben nur noch 30 Prozent der jungen Menschen, dass persönliche Daten im Internet sicher sind. Zwei Drittel der 14- bis 24-Jährigen nehmen das Internet wiederum als Raum wahr, in dem diejenigen, die sich äußern, damit rechnen müssen, beleidigt oder beschimpft zu werden. Für 38 Prozent ist die wahrgenommene "Beleidigungskultur" in den sozialen Netzwerken ein Grund, die eigene Meinung nicht zu äußern.

Wie aus der U25-Studie weiter hervorgeht, fürchten sich 41 Prozent und damit rund vier Millionen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor einer komplett digitalen Zukunft. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zur Vorgängerstudien von 2014 fast verdoppelt. 64 Prozent haben laut Umfrage darüber hinaus das Gefühl, im Internet Zeit zu verschwenden, 19 Prozent sind gar vom Internet genervt.

Smartphone-Nutzer | Bildquelle: picture alliance / Bildagentur-o
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Das Internet ist für die Befragten eine Grundvoraussetzung.

"Der Hype ist vorbei"

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss: "Der Hype ist vorbei – die Skepsis steigt."  Aus Sicht der Wissenschaftler findet ein "grundlegender Wandel" statt. "Der Vergleich zu den Studienergebnissen aus 2014 zeigt, dass junge Menschen heute deutlich mehr Risiken bei der Nutzung des Internets wahrnehmen als noch vor vier Jahren", sagt Dr. Silke Borgstedt, Studienleiterin beim durchführenden SINUS-Institut.

Ministerin Giffey sprach von "ernüchternden Ergebnissen", wobei die Sorge vor Online-Mobbing besonders bedenklich sei. Die vielgerühmten "Digital Natives", denen die digitale Kompetenz sozusagen in die Wiege gelegt wurde, gebe es nicht, fügte sie hinzu und kündigte eine Neugestaltung des Jugendmedienschutzes an. Das derzeit geltende Gesetz sei in der Zeit von CD-Rom und Videokassette stehengeblieben, betonte sie.

Die Beschreibung als "Digital Native" lehnen die Befragten ab. Sie fühlen sich vielmehr unzureichend vorbereitet auf eine digitale Zukunft. Die Aneignung digitaler Kompetenzen läuft zumeist in Eigenregie.

Für die im Auftrag des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) durchgeführte Studie wurden rund 1730 Menschen befragt.

Junge Menschen sehen Internet zunehmend skeptisch
tagesschau 20:00 Uhr, 19.11.2018, Christan Feld, ARD Berlin

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Über dieses Thema berichteten am 19. November 2018 MDR aktuell um 12:10 Uhr und NDR Info um 12:20 Uhr sowie um 16:41 Uhr in der Wirtschaft.

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