Ein Arzt arbeitet in Schutzkleidung in einem Intensivbett-Zimmer am Bett eines über einen Luftröhrenschnitt beatmeten Corona-Patienten. | dpa

Zahlen für 2020 Weniger Behandlungen, mehr Intensivbetten

Stand: 20.12.2021 13:56 Uhr

Die Zahl der Intensivbetten in Deutschland ist im Corona-Jahr 2020 um rund fünf Prozent gestiegen. Allerdings sank zeitgleich die Gesamtzahl der Krankenhausbetten. Auch wurden weniger Patienten behandelt.

Weniger Behandlungen insgesamt aber mehr Betten für Schwerstkranke: Die Zahl der Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern ist 2020 um fünf Prozent gestiegen. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 27.000 Intensivbetten in den Krankenhäusern, das waren 1400 mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

"Der festgestellte Zuwachs bei der Zahl der Intensivbetten ist auf die Anstrengungen der Krankenhäuser zurückzuführen, angesichts der Pandemie diese wichtige Ressource auszubauen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß. Leider sei jedoch festzustellen, dass dieses hohe Niveau über das Jahr 2021 nicht gehalten werden konnte. Viele Krankenhausstandorte hätten ihre Intensiv-Kapazitäten wegen Personalmangels wieder reduzieren müssen.

Geringere Bettenauslastung

Dagegen sank die Gesamtzahl der Krankenhausbetten im Jahresdurchschnitt um 7400 beziehungsweise 1,5 Prozent auf 486.700. Auch die Behandlungstage in den Krankenhäusern waren im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 rückläufig. Mit rund 122,6 Millionen waren es rund zwölf Prozent oder 16,7 Millionen Tage weniger.

In der Folge ging auch die durchschnittliche Bettenauslastung um 8,4 Prozentpunkte auf 68,8 Prozent zurück. Das heißt, die Krankenhausbetten waren durchschnittlich an zwei von drei Tagen belegt. Am höchsten war die Auslastung in Berlin mit 74,2, am niedrigsten in Rheinland-Pfalz mit 63,1 Prozent.

Grund dafür ist der erhebliche Rückgang der Behandlungsfälle wegen der Corona-Pandemie. Viele nicht zwingend notwendige Behandlungen und Operationen wurde deswegen abgesagt oder verschoben.

Laut Statistik gab es fast 2,5 Millionen weniger Krankenhausbehandlungen als im Vorjahr. Das entspricht einem Minus von 13,1 Prozent. Auch im laufenden Jahr wurden und werden planbare Operationen in den Kliniken wegen der Pandemie abgesagt.

"Viele Eingriffe mussten verschoben werden"

Laut Gaß zeigen die Zahlen sehr deutlich, wie stark die Krankenhäuser die Regelversorgung 2020 hätten einschränken müssen. "Viele Eingriffe mussten verschoben werden." Vielfach hätten Kliniken aber auch aus Infektionsschutzgründen Mehrbettzimmer in Einzelzimmer umwandeln müssen.

"Die Fakten machen deutlich, dass Covid-19 die Abteilungen in den Krankenhäusern sehr unterschiedlich belastet", sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Nicht einmal 70 Prozent der Betten seien belegt. Die meisten Kliniken würden mittlerweile mit dem Begriff der verschiebbaren Operationen arbeiten. Einen einheitlichen Maßstab gebe es für diesen inhaltsleeren Begriff aber nicht. "Das hat Folgen für krebskranke, neurologische und kardiologische Patienten."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Dezember 2021 um 07:20 Uhr.