Kanzlerin Merkel beim Integrationsgipfel  | Bildquelle: dpa

Integrationsgipfel Zusammenhalt statt Ausgrenzung

Stand: 13.06.2018 20:07 Uhr

Was hält die Gesellschaft zusammen? Darüber diskutierte Kanzlerin Merkel beim Integrationsgipfel. Innenminister Seehofer mied das Treffen jedoch - und sorgte damit für Verstimmungen.

Von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio

Fußball verbindet bekanntlich. Für die 13-jährige Eyleen von Rot-Weiß Viktoria Mitte im Berliner Wedding ist das sonnenklar: "Man verliert als Mannschaft und man gewinnt als Mannschaft. Das ist eigentlich alles!" Als eine Art Praxistest vor dem Integrationsgipfel im eigenen Haus besucht die Kanzlerin die Jugend-Kickerinnen von Rot-Weiß.

Der Verein hat Mitglieder aus 85 Nationen. Angela Merkel ist beeindruckt: "Was ich gut finde, ist, dass hier jeder aufgenommen wird, also nicht nach Leistung aussortiert wird. Sondern dass hier jeder eine Chance bekommt, was die Menschen aus vielen Kulturen wirklich zusammenführt. Und deswegen ist das wirklich ein tolles Projekt."

Kanzlerin Merkel beim Integrationsgipfel | Bildquelle: dpa
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Merkel traf das Mädchenteam von Rot-Weiß Viktoria.

Gipfel ohne Seehofer

Auf dem Fußballrasen ist das Zusammenspiel alles. Aber wie steht es um den politischen Mannschaftsgeist derzeit? Der zehnte Integrationsgipfel im Kanzleramt hat schon mit einem Streit begonnen: Innenminister Horst Seehofer ist nicht dabei. Er fühlte sich von dem Artikel einer Teilnehmerin, der Journalistin Ferda Ataman, mit seinem Heimatbegriff in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt: "Das ist eine ungerechte Einschätzung", so Seehofer. "Ich habe übrigens die Bundeskanzlerin schon lange darüber informiert, dass mir das einfach nicht zumutbar ist."

Schade, sagt Ataman anschließend in der Pressekonferenz, zu der Merkel sie als einzige Teilnehmerin des Gipfels mitgebracht hat. Sie hätte sich gern mit Horst Seehofer auseinandergesetzt: "Es wäre schön gewesen, wenn wir gemeinsam über seine Themen, seine Zuständigkeiten, hätten diskutieren können."

Heimat hat übrigens nichts mit Ausgrenzung zu tun, springt die Kanzlerin ihrem Innenminister demonstrativ zur Seite, "sondern es ist ein offenes Angebot des gemeinsamen Gestaltens unserer Gesellschaft, an das wir uns gebunden fühlen. Natürlich auf der Basis von bestimmten Grundlagen."

Und auch die Journalistin Ataman sieht in der Diskussion um Heimat eine Chance: "Was wir jetzt brauchen, sind selbstbewusste Politiker, die im aktuellen Diskurs klarstellen, dass Deutschland die Heimat der Vielen ist, nicht der Völkischen."

Integrationsgipfel im Kanzleramt
nachtmagazin 00:00, 14.06.2018, Damla Hekimoglu, ARD Berlin

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Mehr Sprachkurse für besseren Zusammenhalt

Den  Zusammenhalt im Land stärken und den Populisten den Nährboden entziehen - das ist der wichtige Punkte in der großen Runde im Kanzleramt. Ganz praktisch will die Integrationsbeauftragte Annette Widmann-Mauz für bessere Sprachkurse auch schon im Herkunftsland von Migranten sorgen, um Erwartungen zu steuern. Und in Deutschland soll es zum Beispiel mehr Qualität in der Ausbildung für Flüchtlinge geben.

Aber auch für Zugewanderte, die schon sehr lange in Deutschland leben und sich in die Gesellschaft einbringen, ist Widmann-Mauz folgendes wichtig: "Wir müssen offen und ehrlich Probleme ansprechen, aber auch die vielen Erfolgsgeschichten nicht vergessen. Wir müssen auch immer wieder dafür sorgen, dass diese gut integrierte Gruppe - die jedoch oft nicht wahrgenommen wird - sichtbarer wird." Entsprechend soll der Nationale Aktionsplan Integration, den es schon eine Weile gibt, Stück für Stück ausgebaut werden.

Cacau als Vorbild

Zum Fußballtermin zuvor, bei Rot-Weiß Viktoria, hat die Kanzlerin übrigens den DFB-Integrationsbeauftragen mitgenommen, den Ex-Fußballnationalspieler Cacau. Er hatte selbst die Erfahrung gemacht, wie hilfreich Sport für eine gelungene Integration sein kann. "Mir hat das den Einstieg in Deutschland unglaublich erleichtert", sagt Cacau.

Manche der Jugend-Kickerinnen aus vielen Nationen auf dem Platz im Berliner Wedding halten anschließend ihr Trikot in die Kameras. Merkel hat sich dort verewigt. Das wird nun nicht mehr gewaschen, machen die Mädchen klar: "Sie hat uns Autogramme gegeben, echt cool!"

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Juni 2018 um 20:00 Uhr.

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