TT Gespräch Woelki allein

Woelki zum Missbrauchsgutachten "Werde mich den Herausforderungen stellen"

Stand: 18.03.2021 20:02 Uhr

Der Kölner Erzbischof Woelki sieht durch das Missbrauchsgutachten neue Herausforderungen auf sich zukommen. In Sachen Glaubwürdigkeit sei das Gutachten eine Basis, auf der man aufbauen könne, sagte er in den tagesthemen.

Nach der Vorstellung des Missbrauchsgutachtens im Erzbistum Köln hat sich der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki erleichtert gezeigt. "Ich bin dankbar, dass wir dieses Gutachten haben. Mir war es wichtig, in das Dunkel des Vertuschens Licht hinein zu bringen. Wir werden uns jetzt den Ergebnissen zu stellen haben und weiter aufarbeiten müssen", sagte er in den tagesthemen. "Wir sind schon seit Längerem an der Aufarbeitung dran, aber wir haben heute durch das Gutachten neue Herausforderungen benannt bekommen und denen werde ich mich stellen."

Woelki räumte ein, dass die für das Gutachten bereit gestellten Akten nicht vollständig gewesen seien. Dennoch gehe er davon aus, dass diese Aufarbeitung zum gegenwärtigen Zeitpunkt die bestmögliche war. Auf die Frage nach der eigenen Glaubwürdigkeit - das Gutachten ließ Woelki selbst in Auftrag geben und wurde darin entlastet - ging der Kardinal nur indirekt ein: "Ich habe mein Versprechen gehalten und habe ein Gutachten vorgelegt. Darin werden Namen von hohen Verantwortlichen genannt, es wird nichts verschwiegen." Dies sei eine Basis, auf der man aufbauen könne.

Woelki kündigte zudem an, ab kommender Woche allen daran Interessierten Einblick in das erste Gutachten zu gewähren, das bislang unter Verschluss gehalten worden war. Eine der Folgen des jüngsten Berichts werde zudem die Einrichtung einer unabhängigen Kommission sein, die die weitere Aufarbeitung des Missbrauchs von außen begleiten soll.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. März 2021 um 22:15 Uhr.