Cannabis-Pflanze | picture alliance / dpa

Ab jetzt in Apotheken Cannabis - "Made in Germany"

Stand: 07.07.2021 17:33 Uhr

Bisher mussten Apotheken beim Verkauf von medizinischem Cannabis auf Importe zurückgreifen. Das ist nun vorbei: Ab jetzt können sie die Substanz über eine vom Bund in Auftrag gegebene Cannabisagentur direkt in Deutschland beziehen.

Der Bund hat mit dem staatlichen Verkauf von Cannabis zu medizinischen Zwecken an Apotheken begonnen. Drei Unternehmen in Deutschland bauen die berauschenden Pflanzen im Auftrag der beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte angesiedelten Cannabisagentur an, wie die Bonner Behörde mitteilte.

Bislang haben Apotheken medizinisches Cannabis aus Importen bezogen, da der Bund zunächst in einem längeren Prozess die Cannabisagentur aufbaute und den Anbau ausschrieb.

2,6 Tonnen Cannabis pro Jahr

Nun wird das Cannabis pro Gramm zum Preis von 4,30 Euro ohne Überschüsse an die Apotheken verkauft. Ziel des Anbaus in Deutschland sei es, zusätzlich zur Versorgung der Patientinnen und Patienten beizutragen, erklärte das Bundesinstitut. Die deutsche Anbaumenge von insgesamt 10,4 Tonnen medizinischem Cannabis ist auf vier Jahre mit je 2,6 Tonnen verteilt.

Ein boomender Markt

Die Cannabisagentur wurde 2017 mit dem Inkrafttreten des "Cannabis als Medizin"-Gesetzes ins Leben gerufen. Ärztinnen und Ärzte können seitdem medizinische Cannabisblüten oder Cannabisextrakt mit einem Betäubungsmittelrezept verschreiben, etwa zur Schmerzlinderung bei Schwerkranken. Ausgegeben wird die Droge auf Rezept und ausschließlich in Apotheken.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Therapien in den meisten Fällen. In dem noch kleinen Markt tummeln sich viele Start-ups sowie ausländische Konzerne, etwa aus Kanada.

Über dieses Thema berichtete das Erste am 07. Juli 2021 um 12:15 Uhr in der Sendung "ARD-Buffet".

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