Bayerns Ministerpräsident Söder rückt eine FFP2-Maske mit dem Wappen seines Bundeslandes zurecht. | dpa

Medienberichte Söder will offenbar CDU-Votum akzeptieren

Stand: 20.04.2021 11:14 Uhr

CSU-Chef Söder wird das CDU-Vorstandsvotum für Parteichef Laschet als Kanzlerkandidaten offenbar akzeptieren. Das geht aus übereinstimmenden Medienberichten hervor. Söder will sich um 12.00 Uhr zur K-Frage äußern.

Lange haben sie gerungen, nun scheint die K-Frage in der Union entschieden: CSU-Chef Markus Söder wird das CDU-Vorstandsvotum für ihren Vorsitzenden Armin Laschet als Kanzlerkandidaten wohl akzeptieren. Das erfuhren mehrere Nachrichtenagenturen aus Parteikreisen - auch die "Bild"-Zeitung berichtete darüber. Am Mittag will sich Söder öffentlich dazu äußern: Die CSU hat für 12.00 Uhr zu einem Pressestatement in die Parteizentrale in München eingeladen.

Entscheidung "ganz klar"

Führende CDU-Politiker hatten zuvor auf eine Entscheidung gedrungen und Laschet als legitimen Kanzlerkandidaten bezeichnet. Alles in allem sei die Entscheidung "ganz klar" für Laschet gefallen, sagte CDU-Bundesvorstandsmitglied Henning Otte im RBB. "Weil es darum geht, nicht nur in Bayern, sondern für ganz Deutschland Politik zu machen. Und dafür steht Armin Laschet."

Otte geht davon aus, dass Laschet damit als Kanzlerkandidat der Union feststeht: "Die Abmachung war, dass wenn die CDU sich klar ausspricht für ihn, dann ist das auch die Entscheidung für eine Kanzlerkandidatur." Man habe auch die Meinungsumfragen diskutiert, aber am Ende gehe es darum, wie man sich als Union für die Bundestagswahl aufstelle, so Otte.

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsbundestagsfraktion, Thorsten Frei, erwartet daher noch heute eine Entscheidung in der K-Frage zwischen CDU und CSU. "Es ist jedenfalls eine glasklare Aussage, deswegen erwarte ich schon, dass es heute auch dazu kommt, dass zwischen den beiden Parteien diese Frage geklärt wird, und zwar einvernehmlich geklärt wird, wie es auch verabredet ist", sagte der CDU-Politiker Frei im Deutschlandfunk.

"Jetzt braucht man ein gemeinsames Programm"

Auch der baden-württembergische CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Frage der Kanzlerkandidatur in der Union entschieden ist. CSU-Chef Markus Söder habe nach einem Votum aus der CDU gefragt, und das habe er bekommen, sagt Kiesewetter im ZDF. Laschet habe dort in geheimer Abstimmung ein sehr gutes Ergebnis bekommen. Es lohne sich nicht zu spekulieren, was passiere, wenn Söder dieses Votum nicht akzeptiere. Jetzt brauche man ein gemeinsames Programm der Union.

"Das ist nun wirklich ein klares Ergebnis, das, denke ich, auch von allen akzeptiert wird", sagte der frühere Generalsekretär Ruprecht Polenz dem BR. "Die unterlegene Minderheit muss sich der Mehrheitsentscheidung anschließen", forderte er weiter.

Klare Mehrheit im CDU-Vorstand

Im Machtkampf mit dem CSU-Chef um die Kanzlerkandidatur hatte sich der CDU-Vorstand erneut mit klarer Mehrheit hinter Laschet gestellt. In einer digitalen Sondersitzung der CDU-Spitze votierten in der Nacht nach Angaben eines CDU-Sprechers von 46 stimmberechtigten Vorstandsmitgliedern in geheimer Wahl 31 für eine Kandidatur Laschets. Neun stimmten für Söder, sechs enthielten sich.

Die CDU errechnete aus den Stimmen ein Ergebnis von 77,5 Prozent für Laschet und von 22,5 Prozent für Söder. Laschet hatte zum Auftakt des Online-Sondertreffens seine Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur bekräftigt. "Es geht um die besten Antworten auf die drängenden Zukunftsfragen. Und ich bin bereit, für uns die Kandidatur zu übernehmen", sagte er nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa. "Wir sind heute in der Verantwortung, ein Zeichen zu setzen, wo der Wahlkampf hingeht."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. April 2021 um 11:00 Uhr.