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Corona-Lage Söder macht Hoffnung auf baldige Lockerung

Stand: 30.01.2022 19:09 Uhr

Bayerns Ministerpräsident Söder hält Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen bald für möglich. Omikron sei nicht Delta, sagte er im Bericht aus Berlin. Deutliche Kritik übte er an der Aussetzung der Präsenzpflicht an Schulen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert Planungen für eine Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen. "Omikron ist was anderes als Delta", sagte der CSU-Politiker im Bericht aus Berlin. Bei der Omikron-Variante des Coronavirus zeige sich, dass zwar die Belegung der Normalbetten in den Krankenhäusern steige, aber bisher kaum Kapazitäten der Intensivstationen binde.

Wenn es keine Überlastung der Krankenhäuser gebe, müssten Freiheiten an die Bürger zurückgegeben werden, betonte er in der ARD. Kurs halten sei zu wenig, sagte er mit Blick auf die letzte Bund-Länder-Runde vor rund einer Woche.

Er schlug vor, die nächste Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung Mitte Februar abzuwarten. "Ich glaube, wir müssen halt Schritt für Schritt gehen."

Der richtige Weg könne sein, mehr Zuschauer bei Sport- und Kulturveranstaltungen zuzulassen. Aber auch mehr Spielräume für Gastronomie, Messen und andere Veranstaltungen könnten angedacht werden.

Auch die psychologische Ebene im Blick behalten

Söder warb dafür, nicht nur eine streng medizinische Betrachtung auf die Pandemie zu haben. Dies müsse um eine gesellschaftliche und psychologische Perspektive erweitert werden.

"Präsenzunterricht ist entscheidend"

Klare Kritik übte der bayerische Ministerpräsident an einer Aussetzung der Präsenzpflicht an Schulen, wie es beispielsweise Berlin praktiziert. Dies halte er für falsch und dies führe auch zu Chaos. Der Präsenzunterricht sei entscheidend. Und mit vielen Tests und Maskenpflicht an Schulen könne man ein hohes Maß an Sicherheit herstellen.

Söder betonte, dass es in Bayern gelungen sei, die Zahl der PCR-Test nochmals zu erhöhen. Deshalb würden in seinem Bundesland an Grund- und Förderschulen weiterhin PCR-Tests durchgeführt. Ab weiterführenden Schulen gebe es drei wöchentliche Antigen-Schnelltests.

Lindner will über Öffnungen sprechen

Söders Aussagen dürften in Teilen der Bundesregierung auf offene Ohren stoßen. Zuvor hatte Bundesfinanzminister Christian Lindner ähnliche Punkte angesprochen. "Wir haben die Omikron-Welle zwar noch nicht hinter uns, aber wir müssen schon jetzt konkret daran arbeiten, wann und unter welchen Bedingungen es zu schrittweisen Öffnungen kommen kann", sagt der FDP-Chef dem "Spiegel". Die nächste Bund/Länder-Runde im Februar sollte sich damit beschäftigen.

Im Handel könnte es schnelle Änderungen geben, in anderen Bereichen brauche es mehr Vorlauf. "Ich denke an Messen, an die Veranstaltungsbranche, den kulturellen Bereich, die diesen Vorlauf brauchen. Mir geht es darum, eine Erwartungsperspektive zu schaffen, unter welchen Bedingungen und in welchen Schritten was möglich ist."

Omikron-Welle unter Kontrolle?

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte gesagt, Deutschland habe die Omikron-Welle unter Kontrolle. Dennoch sei bald mit täglichen Neuinfektionen von bis zu 400.000 zu rechnen. Es gehe jetzt vor allem darum, die älteren Ungeimpften so zu schützen, dass Erkrankte nicht auf der Intensivstation landeten.

Über dieses Thema berichtete das Erste in der Sendung "Bericht aus Berlin" am 30. Januar 2022 um 18:00 Uhr.