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CDU-Vorsitz Röttgen wirbt für die "moderne Mitte"

Stand: 31.10.2021 19:02 Uhr

Wer wird Nachfolger von CDU-Chef Laschet? Aller Wahrscheinlichkeit läuft es auf ein Duell zwischen dem konservativen Wirtschaftspolitiker Merz und dem moderaten Außenpolitiker Röttgen hinaus. Letzterer warb im Bericht aus Berlin für eine Erneuerung der Partei.

Die CDU sucht nach dem Wahldesaster bei der Bundestagswahl einen neuen Vorsitzenden - und da wird sie dieses Mal wohl nicht an der Basis vorbeikommen. Am Samstag votierten zumindest die Kreisvorsitzenden der Christdemokraten mit überwältigender Mehrheit für ein solches Vorgehen. Und so wird eine solche Mitgliederbefragung - zum allerersten Mal in der Geschichte der Partei - immer wahrscheinlicher. Gehandelt als Nachfolger von Armin Laschet werden zwar gleich fünf Politiker - Friedrich Merz, Norbert Röttgen, Jens Spahn, Carsten Linnemann und Ralph Brinkhaus. Aber echte Chancen eingeräumt werden nur Merz und Röttgen.

Erst Verfahren, dann Personalien

Röttgen betonte im Bericht aus Berlin, dass die CDU sich nach Wahlniederlage und Personalquerelen neu erfinden müsse. "Es ist wichtig, dass wir wieder Ordnung in den Laden bringen", so Röttgen. Auf die Frage, ob er als Parteivorsitzender kandidiert, wollte er nicht direkt antworten. Man habe sich auf ein Verfahren geeinigt, das man zunächst geordnet durchführen müsse. Dabei sei es jetzt wichtig, "dass man auf die Basis hört". Erst wenn alle Festlegungen getroffen seien, solle es um Personalien gehen.

Röttgen räumte aber ein, dass die CDU nicht unendlich Zeit für die Entscheidung über den Vorsitz habe - auch weil sie ja nun künftig Oppositionsarbeit machen müsse. "Bis Ende des Jahres sollten wir die Entscheidung getroffen haben."

"Zentrum kann nur die Mitte sein"

Indirekt empfahl sich Röttgen dann aber doch als Parteivorsitzender: Denn dieser sei das Zentrum der Partei - "und das Zentrum kann nur die Mitte sein", so der Außenpolitiker, der anders als sein Konkurrent Merz als expliziter Vertreter der Mitte gilt. Diese Mitte allerdings müsse moderner sein und an die Entwicklungen in der Gesellschaft anschließen: "Wir müssen uns als Volkspartei neu verankern", schloss Röttgen.

Über dieses Thema berichtete der "Bericht aus Berlin" am 31. Oktober 2021 um 18:05 Uhr.