Eine Seniorin macht Nordic Walking in einem Park. | picture alliance / dpa Themendie

Erhöhung in Ost und West Renten sollen um mehr als fünf Prozent steigen

Stand: 02.11.2021 20:10 Uhr

Die Corona-Krise brockte deutschen Rentnern eine Nullrunde ein. Laut Medienberichten können sie für das nächste Jahr höhere Bezüge erwarten. In Ost- und Westdeutschland sollen sie um mehr als fünf Prozent angehoben werden.

Die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland können sich offenbar auf eine deutliche Erhöhung ihrer Bezüge einstellen. Nach offizieller Schätzung sollen die Renten im kommenden Juli in Westdeutschland um 5,2 Prozent und im Osten um 5,9 Prozent steigen. Das geht aus dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2021 hervor, der den Nachrichtenagenturen dpa und AFP vorliegt.

Bleibt es bei der nun geschätzten Rentenerhöhung, steigt eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf Westbeiträgen beruht, somit zum 1. Juli um 52 Euro, eine gleich hohe Rente mit Ostbeiträgen um 59 Euro. Die Deutsche Rentenversicherung will die Öffentlichkeit morgen über die erwartete Rentenanpassung und ihre Finanzlage informieren.

Wohl auch 2023 Erhöhung

Damit dürften die Renten im Westdeutschland so stark steigen wie seit fast 40 Jahren nicht mehr. 1983 gab es ein Plus von 5,59 Prozent. In Ostdeutschland stiegen die Renten zuletzt 2016 mit einem Plus von 5,95 Prozent in vergleichbarer Höhe wie 2022. In diesem Jahr hatte die Corona-Pandemie die Rentnerinnen und Rentnern um eine deutliche Erhöhung gebracht.

Im Westen gab es eine Nullrunde, in Ostdeutschland ein Plus von 0,72 Prozent. Grund war der konjunkturbedingte Einbruch der Beitragseinnahmen. Eine Trendumkehr hatte sich bereits seit Monaten abgezeichnet. Laut Entwurf des Rentenversicherungsberichts sind die Beitragseinnahmen im laufenden Jahr bis September gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 3,7 Prozent gestiegen.

Auch 2023 gibt es nach aktueller Schätzung eine deutliche Erhöhung der Bezüge. Im Westen könnten die Renten dann um 4,9 Prozent steigen, im Osten um 5,7 Prozent. Allerdings seien die Annahmen zur wirtschaftlichen Entwicklung und somit auch zu den Rentenfinanzen von Unsicherheit geprägt, da die Entwicklung von den Auswirkungen der Pandemie abhänge.

"Pandemie gut überstanden"

Fachleuten der Rentenversicherung, des Bundesamts für Soziale Sicherung und des Bundesarbeitsministeriums gehen davon aus, dass die Reserve der Rentenkasse in diesem Jahr leicht steigt. So werde für das Jahresende eine Nachhaltigkeitsrücklage von rund 37,2 Milliarden Euro geschätzt. Dies entspricht knapp 1,6 Monatsausgaben. Ende 2020 waren es 37,1 Milliarden. Festzuhalten sei, "dass die gesetzliche Rentenversicherung die Pandemie bislang sehr gut überstanden hat", so der Entwurf des Rentenversicherungsberichts.

Der Beitragssatz soll nach der vorläufigen Berechnung bis 2023 beim aktuellen Wert von 18,6 Prozent stabil bleiben. Bis 2035 soll er auf 22,3 Prozent steigen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. November 2021 um 23:40 Uhr.