Annalena Baerbock und Robert Habeck, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, auf dem Weg zur Jahresauftakt-Pressekonferenz ihrer Partei in Berlin. | dpa

Reaktionen auf Baerbock Gratulationen und scharfe Kritik

Stand: 19.04.2021 14:48 Uhr

Bereits kurz nach der Ernennung Baerbocks als grüne Kanzlerkandidatin gab es die ersten Reaktionen aus der Politik: Die meisten Parteien überbrachten ihre Glückwünsche. Nur von der AfD kam Kritik.

Die Grünen haben ihre K-Frage entschieden und sich auf Annalena Baerbock als Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl im September geeinigt. Die Reaktionen aus den übrigen Parteien ließen nicht lange auf sich warten: CDU-Chef Armin Laschet gratulierte Baerbock bei einem Pressestatement. Dabei betonte er mit Blick auf den bevorstehenden Wahlkampf, dass es gerade in diesen schwierigen Zeiten wichtig sei, fair miteinander umzugehen. Das sichere er Baerbock für die CDU zu.

"Wir freuen uns auf kontroverse Dialoge"

Zuvor hatte schon SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz Baerbock seine Glückwünsche ausgesprochen: "Ich freue mich auf einen spannenden und fairen Wettstreit um das beste Konzept für die Zukunft unseres Landes", twitterte der Bundesfinanzminister.

Auch die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans gratulierten: "Wir freuen uns auf konstruktive wie auch kontroverse Dialoge und Diskussionen mit der Spitzenkandidatin und ihrer Partei um die besten Lösungen", sagten die beiden den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stellen uns dem fairen Wettbewerb um die Führung eines progressiven Regierungsbündnisses."

Zugleich beglückwünschten Esken und Walter-Borjans die Grünen dazu, "dass ihnen - wie zuvor schon der SPD - eine einvernehmliche Entscheidung in dieser Personalfrage gelungen ist". Die SPD hatte ihren Kanzlerkandidaten Scholz bereits im vergangenen Sommer gekürt. "Wir erwarten jetzt, dass sich nach der unwürdigen Schlammschlacht von CDU und CSU auch das letzte Parteibündnis endlich auf ihren Spitzenkandidaten einigt, damit wir uns wieder unserer gemeinsamen Verantwortung bei den Regierungsaufgaben zuwenden können."

"Mit Baerbock droht totalitäres Denken"

Von Seiten der AfD gab es hingegen keine Glückwünsche, sondern Kritik: "Baerbocks Harmonie-Soße verschleiert den Öko-Sozialismus des grünen Wahlprogramms", sagte Partei-Vize Beatrix von Storch. "Jung und weiblich soll sie zeitgeistgemäß Stimmen sammeln und dabei schönreden, was das grüne Wahlprogramm dem Land androht", sagte der Parteivorsitzende Jörg Meuthen. Mit Baerbock und ihren Parteikollegen in der Regierung drohten "totalitäres Denken, orwellsche Sprachzwänge, technologische Irrläufe, Wohlstandsverlust und selbstmörderischer Klimafanatismus", fügte er hinzu.

FDP-Parteichef Christian Lindner gratulierte hingegen Baerbock und sagte mit Blick auf die kommenden Monate, er freue sich "auf den politischen Ideenaustausch im Wahlkampf". "Jetzt fehlt nur noch die Union, damit es endlich um Inhalte geht: Nie gab es mehr zu tun", schrieb Lindner ebenfalls auf Twitter.

Und auch Linkspartei-Fraktionschef Dietmar Bartsch hofft nach eigenen Angaben auf einen spannenden Wahlkampf mit der grünen Kanzlerkandidatin: "Ja, Demokratie lebt vom Wechsel, und Veränderungen sind notwendig", twitterte er. "Dazu gehört, dass Schluss sein muss mit gebrochenen Wahlversprechen."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. April 2021 um 14:00 Uhr.