Karl Lauterbach | AFP

Omikron-Variante Bund will kürzere Quarantäne

Stand: 05.01.2022 17:12 Uhr

Angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante hat Bundesgesundheitsminister Lauterbach konkrete Vorschläge für kürzere Quarantänezeiten vorgelegt. Vor allem wichtige Berufe sind betroffen.

Die Bundesregierung hat zusammen mit dem Robert Koch-Institut für das Bund-Länder-Spitzentreffen am Freitag neue Corona-Schutzmaßnahmen erarbeitet, vor allem betrifft das die Regeln für Quarantäne und Isolation. Gesundheitsminister Karl Lauterbach stellte die Vorschläge, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegen, bereits den Kollegen aus den Ländern vor.

Grundsätzlich ist weiterhin zu unterscheiden zwischen Quarantäne und Isolierung: In Quarantäne müssen sich diejenigen begeben, bei denen der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht. Zum Beispiel, weil sie engen Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person haben. Isolieren müssen sich diejenigen, bei denen eine Infektion bereits nachgewiesen wurde, die also erkrankt sind.

Wer sich mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert hat oder Kontakt zu einem Infizierten hatte, muss für zehn Tage in Isolation beziehungsweise Quarantäne. Dies darf bereits nach sieben Tagen beendet werden, wenn man sich frei testet - möglichst mit einem PCR- oder hochwertigen Antigentest.

Spezielle Regeln für wichtige Berufe

Spezielle Regeln sollen für Menschen gelten, die in der sogenannten kritischen Infrastruktur arbeiten. Dazu gehören etwa Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger, Ärzte und Ärztinnen oder Polizisten und Polizistinnen. Wenn sie Kontaktperson sind, sollen sie künftig die Quarantäne bereits nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test beenden können. Als Infizierte sollen sie nach sieben Tagen mit negativem PCR-Test die Isolation verlassen können. Voraussetzung ist immer, dass sie seit mindestens 48 Stunden symptomfrei sind.

Kürzere Quarantäne für Kinder

Kinder, die in Schulen oder Horten als Kontaktpersonen eingestuft werden, sollen sich nach fünf Tagen mit anschließendem PCR-Test oder hochwertigem Antigentest freitesten können. Dabei wird darauf hingewiesen, dass in Schulen Schutzmasken empfohlen werden.

Ausnahmen für Geboosterte

Der Vorschlag sieht außerdem Ausnahmen von der Quarantäne als Kontaktperson vor: unter anderem für Geboosterte mit einer Karenzzeit von sieben Tagen nach der dritten Impfung - und frisch Doppelt-Geimpfte, deren zweite Spritze weniger als zwei Monate zurückliegt. Für sie soll die Ausnahme nach einer Karenzzeit von 14 Tagen nach der letzten Impfung greifen.

Die bisherige Unterscheidung zwischen schon dominierenden Virusformen und neuen "besorgniserregenden" Varianten ("variant of concern") soll entfallen - bisher gab es etwa für Omikron strengere Vorgaben.

Die Bundesregierung will mit diesen Anpassungen vor allem die kritische Infrastruktur aufrechterhalten. Verkürzte Qurantänezeiten seien möglich, weil Omikron weniger lange ansteckend ist als etwa Delta, sagte Lauterbach. "Wir können also bis zu einem gewissen Grad die Quarantänezeit verkürzen, ohne ins Risiko zu gehen."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. Januar 2022 um 16:25 Uhr.