Eine Pflegefachkraft geht mit einer Bewohnerin durch ein Seniorenheim. | picture alliance/dpa

Warnung der Krankenkassen Wird die Pflegeversicherung bald teurer?

Stand: 03.01.2022 08:56 Uhr

Die Krankenkassen verzeichnen bei der Pflegeversicherung ein Milliarden-Defizit. In diesem Jahr soll es zusätzliche Ausgaben geben - etwa für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften. Schon im ersten Halbjahr könnten die Beiträge steigen.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben vor einem Anstieg der Beiträge für die Pflegeversicherung gewarnt. "Wenn nichts passieren sollte, dann wird bereits im ersten Halbjahr eine Beitragserhöhung von 0,3 Prozentpunkten notwendig sein, um die Finanzierung sicherzustellen", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Gernot Kiefer, der "Rheinischen Post".

"Auf Kante genäht"

Hintergrund ist eine Milliardendefizit der Kassen. Die Gesamtausgaben für 2021 waren laut Kiefer etwa um knapp zwei Milliarden Euro höher als die Einnahmen. "Damit startet die Pflegeversicherung in das neue Jahr auf Kante genäht, denn das Defizit konnte nur so gerade noch durch die Rücklagen ausgeglichen werden", sagte Kiefer.

Maßnahmen gefordert

Kiefer forderte dringenden politischen Handlungsbedarf. Die Ampel-Koalition müsse kurzfristig Maßnahmen ergreifen, sagte er. Kiefer gab auch zu bedenken, dass es gleichzeitig Pläne gebe, die erhebliche Mehrkosten bedingen, etwa die bessere Bezahlung von Pflegekräften. "Die ist in der Sache gut begründet, aber es sind bis zu rund fünf Milliarden Euro Mehraufwendungen im Jahr - je nachdem, in welchem Tempo man das macht. Nach der jetzigen Konstruktion erhöht das die Eigenanteile der Pflegebedürftigen." Diese liegen nach Angaben des GKV-Spitzenverbands bereits jetzt bei durchschnittlich 2125 Euro pro Monat.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Januar 2022 um 08:50 Uhr.