Friedrich Merz spricht im Stadion Große Wiese zu den CDU-Delegierten. | dpa

CDU im Hochsauerlandkreis Merz gewinnt Duell um Bundestagskandidatur

Stand: 17.04.2021 12:45 Uhr

Ex-Unionsfraktionschef Merz hat sich gegen den Abgeordneten Sensburg durchgesetzt und kandidiert somit im Hochsauerlandkreis für den Bundestag. In seiner Rede kritisierte er die CDU, räumte aber auch einen Fehler ein.

Friedrich Merz ist zum Direktkandidaten der CDU im Wahlkreis Hochsauerlandkreis gewählt worden. Er setzte sich mit 327 Stimmen gegen den CDU-Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg (126 Stimmen) durch. Die Aufstellungsversammlung fand in einem Fußballstadion unter freiem Himmel statt.

Beide Politiker hatten zuvor in jeweils rund 20-minütigen Reden um die Zustimmung der Delegierten geworben. Während Sensburg vor allem auf seine Tätigkeit für den Wahlkreis in den vergangenen knapp zwölf Jahren verwies, kritisierte Merz den Zustand seiner Partei. Er versprach den Delegierten, keinen "bequemen und angepassten Abgeordneten" zu bekommen.

Merz sieht Regierungsbeteiligung gefährdet

Die CDU habe ihren "Kompass" verloren, sagte Merz. Bisher habe er sich aus Rücksicht auf die Kanzlerin zurückgehalten. "Aber der Zustand unseres Landes ist kritisch, und die Existenz der CDU als Regierungspartei ist gefährdet", sagte er laut Redemanuskript.

Es sei ein Fehler von ihm gewesen, nach der Niederlage gegen Armin Laschet im Rennen um den CDU-Vorsitz einen angebotenen Posten in der Parteiführung abgelehnt, sondern das Amt als Bundeswirtschaftsminister gefordert zu haben.

"Wir müssen wieder den Mut haben, eine stinknormale bürgerliche Politik zu machen, statt dem flüchtigen Zeitgeist atemlos hinterherzulaufen. Wir sind nicht die besseren Grünen und auch nicht die etwas weniger radikale AfD." Wer den Holocaust leugne oder diese schreckliche Zeit unseres Landes für einen "Fliegenschiss der Geschichte" halte, "mit dem haben wir nichts, aber auch gar nichts gemeinsam".

"Dieses Land braucht Führung"

Im Wettbewerb um die Unions-Kanzlerkandidatur rief Merz die beiden Bewerber zu einer schnellen Klärung auf. "Einigt Euch, Markus Söder und Armin Laschet. Dieses Land braucht Perspektive. Dieses Land braucht Führung. Und die CDU und die CSU werden gebraucht als politisch führende Kraft dieses Landes."

Merz stellte sich erneut hinter Laschet. "Die CDU hat entschieden. Die Entscheidung ist gefallen und sie gilt trotz aller Turbulenzen, die es gerade zwischen CDU und CSU in diesen Tagen gibt. Deshalb habe ich mich auch in dieser Woche noch einmal hinter unseren Vorsitzenden gestellt: Armin Laschet."

Sicheres Ticket für den Bundestag

Der Hochsauerlandkreis mit seinen ungefähr 260.000 Einwohnern gilt als sichere Bank für den jeweiligen CDU-Kandidaten. Sensburg ist dort bereits seit zwölf Jahren Abgeordneter. Er war 2009 Friedrich Merz nachgefolgt, der damals nach vier Wahlperioden nicht erneut kandidiert hatte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. April 2021 um 13:00 Uhr.