Angela Merkel in ihrem wöchentlichen Podcast, Screenshot. | bundeskanzlerin.de

Kanzlerin zum Weltfrauentag Merkel warnt vor alten Rollenmustern

Stand: 06.03.2021 13:56 Uhr

Kanzlerin Merkel hat weitere Anstrengungen für mehr Gleichstellung angemahnt. Frauen müssten endlich das Gleiche verdienen wie Männer. Und die Pandemie dürfe nicht dazu führen, in alte Rollenmuster zurückzufallen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat davor gewarnt, in der Corona-Pandemie wieder verstärkt in überwunden geglaubte Rollenmuster zurückzufallen. Es seien doch wieder vermehrt Frauen, die den Spagat zwischen Homeschooling, Kinderbetreuung und dem eigenen Beruf meisterten, sagte die Kanzlerin in ihrem aktuellen Podcast, bei dem sie auf den Weltfrauentag am Montag blickt.

Merkel kritisierte auch ausdrücklich das Verhalten der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft. Ein Blick in die Führungsetagen dort zeige, dass man noch nicht am Ziel sei. "Es kann nicht sein, dass Frauen unsere Gesellschaften maßgeblich tragen und gleichzeitig nicht gleichberechtigt an wichtigen Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beteiligt sind." Der Weltfrauentag am 8. März mahne dazu, "immer wieder kritisch zu hinterfragen, was noch fehlt auf dem Weg zur Gleichstellung der Geschlechter".

Nur 12,3 Prozent Frauenanteil in DAX-Vorständen

Auch in Merkels eigener "Führungsetage", dem Kabinett, gibt es keine völlige Gleichstellung. Es steht aber vergleichsweise gut da: Von den 15 Ministerposten sind immerhin sechs mit Frauen besetzt - ein Frauenanteil von 40 Prozent. Hinzu kommt die Chefin - Merkel selbst.

Anders die Situation in den Führungsebenen der Wirtschaft: In den Vorständen der insgesamt 160 Unternehmen der DAX-Familie einschließlich MDAX und SDAX arbeiten Anfang März 613 Männer und 86 Frauen. Das entspricht einem Frauenanteil von 12,3 Prozent.

"Parität in allen Bereichen der Gesellschaft"

In den Bemühungen der Bundesregierung gehe es um gleiche Chancen von Männern und Frauen und um echte Gleichstellung, so Merkel in ihrem Podcast. "Dazu gehört auch: Frauen müssen endlich so viel verdienen können wie Männer."

Notwendig sei "Parität" in allen Bereichen der Gesellschaft. Die Kanzlerin zeigte sich überzeugt davon, dass eine jüngst auf den Weg gebrachte Quotenregel für Vorstände die Wirtschaft in Deutschland stärken werde.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 06. März 2021 um 13:06 Uhr.