Das Logo der Partei Die Linke klemmt an einem Mikrofon. | dpa

Nach sexuellen Übergriffen Linke richtet Expertinnenkommission ein

Stand: 12.05.2022 15:40 Uhr

Nach Vorwürfen sexueller Übergriffe in der Partei möchte der Linken-Vorstand nun mit einer Expertinnenkommission weitere Vorfälle verhindern. Fehlverhalten soll früher erkannt werden, Täter müssten mit Konsequenzen rechnen.

Angesichts der Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe in der Linken hat der Parteivorstand eine unabhängige Expertinnen-Kommission zu dem Thema eingerichtet. Wie die Partei mitteilte, bat das Gremium erneut alle Betroffenen um Entschuldigung und kündigte weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der bekannt gewordenen Missstände an.

"Entsetzt und betroffen"

"Wir sind entsetzt und betroffen über die Fälle sexualisierter Übergriffe im Zusammenhang mit der Parteiarbeit", hieß es in einer Erklärung des Vorstands. "Es ist uns ein großes Anliegen, sexualisierte Übergriffe in der Partei zu verhindern."

Die Parteispitze wolle "unsere Strukturen und unseren Umgang miteinander einer gewissenhaften Überprüfung unterziehen, um zu erkennen, wie und wo Fehlverhalten stattfindet und oder gedeckt wird". Zudem wolle sie auf entsprechende Konsequenzen für die Täterinnen und Täter hinwirken.

Die Linke in der Krise

Die Partei sieht sich derzeit mit Sexismus-Vorwürfen konfrontiert, die in besonderem Maße den hessischen Landesverband betreffen. Die bisherige Ko-Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow hat ihren Rücktritt von diesem Amt unter anderem damit begründet, dass der "Umgang mit Sexismus in den eigenen Reihen eklatante Defizite unserer Partei offen gelegt" habe.