Drei Mädchen mit ihren Schulsachen an einem Tisch | dpa

Hilfe in der Corona-Krise Kinderkrankengeld kommt an

Stand: 20.04.2021 17:05 Uhr

Das Anfang des Jahres eingeführte Corona-Kinderkrankengeld wird offenbar stark nachgefragt. Das belegen Zahlen von großen Krankenkassen. Die meisten Anträge kommen demnach aus Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Von Annette Deutskens, NDR

Um durch die Corona-Krise zu kommen, nutzen viele Eltern das Anfang des Jahres eingeführte Corona-Kinderkrankengeld. Nach der DAK hat jetzt auch die Techniker Krankenkasse als bundesweit mitgliederstärkste Krankenkasse die Zahlen für die Monate Januar bis März 2021 ausgewertet. Aus ganz Deutschland gingen in dem Zeitraum rund 133.000 Anträge auf das pandemiebedingte Kinderkrankengeld bei der TK ein. Damit liege die Zahl beinahe doppelt so hoch wie die Zahl der regulären Kinderkrankengeld-Anträge in den ersten drei Monaten dieses Jahres (79.491).

Das Corona-Kinderkrankengeld wird Müttern und Vätern gezahlt, wenn Kitas und Schulen nicht oder nur eingeschränkt geöffnet sind. Vor der Pandemie hatten Eltern einen Anspruch auf zehn Tage pro Elternteil und Kind, im Zuge der Corona-Krise wurde der Anspruch zunächst auf 20 und jetzt auf 30 Tage erhöht, die Obergrenze liegt für Familien bei 90 Tagen. Ihnen werden 90 Prozent des Nettogehalts ersetzt, höchstens 112,88 Euro pro Tag.

Die meisten Anträge für das Corona-Kinderkrankengeld kommen den Angaben zufolge aus Nordrhein-Westfalen (39.211), danach folgten Bayern (17.291) und Niedersachsen (11.683). Im Durchschnitt würden zwei bis drei freie Tage pro Antrag genommen.

"Großes Interesse bei Eltern"

"Wir sehen, dass das pandemiebedingte Kinderkrankengeld bei den Eltern auf großes Interesse stößt. Das Geld kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Eltern in dieser herausfordernden Zeit zu unterstützen", so Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK.

Auch andere Krankenkassen wie die DAK oder die AOK Niedersachsen berichten, dass das zusätzliche Kinderkrankengeld genutzt werde - allerdings gingen Eltern "verantwortungsvoll" damit um, heißt es bei der DAK. So habe nur ein Bruchteil der Eltern bereits das gesamte Tage-Kontingent verbraucht.

Ähnlich ist es bei der AOK Niedersachsen, dort haben die Eltern im ersten Quartal im Durchschnitt sechs Tage lang Kinderkrankengeld bezogen. Das ist zwar deutlich mehr als im Vorjahr, aber Anfang 2020 konnten Eltern auch nur dann zu Hause bleiben, wenn das Kind tatsächlich krank war.

Die meisten Anträge kommen von Frauen

Auffällig ist laut DAK und Barmer Niedersachsen, dass es mehrheitlich die Mütter seien, die die Kinder im Fall geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuten. Etwa drei Viertel der Anträge kamen von Frauen.

Über dieses Thema berichtete NDR Niedersachsen am 20. April 2021 um 14:05 Uhr.