Ein eingerüstetes Haus. Hinter der Abdeckung vom Gerüst ist eine Erneuerung der Dämmung erkennbar | picture alliance / Uwe Zucchi

Aufstockung beschlossen Milliardenprogramm für Gebäudesanierung

Stand: 22.09.2021 13:29 Uhr

Im vergangenen Jahr hatte der Gebäudesektor die Klimaschutzziele verfehlt - nun wurde nachgebessert. Das Bundeskabinett hat eine Aufstockung des Programms zur Förderung energieeffizienter Gebäude um 5,7 Milliarden Euro gebilligt.

Die Bundesregierung hat ein milliardenschweres Programm für mehr Klimaschutz im Gebäudesektor gebilligt. Für die energetische Gebäudesanierung soll es zusätzliche Gelder in Höhe von 5,7 Milliarden Euro geben, wie das Wirtschaftsministerium nach einer Kabinettssitzung mitteilte.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach von noch nie dagewesenen Rekordsummen und gut angelegtem Geld für Klimaschutz und für Arbeitsplätze.

Nachbesserung notwendig

Hintergrund des Programms ist, dass der Gebäudesektor im vergangenen Jahr als einziger Bereich seine Klimaschutzziele verfehlt hatte. Deswegen müssen laut Klimaschutzgesetz die zuständigen Ministerien nachbessern, in diesem Fall das Wirtschafts- sowie das Innenministerium.

Ein im Juli vorgelegtes Sofortprogramm sah zusätzliche Mittel von 5,8 Milliarden Euro vor. Aus Sicht eines von der Bundesregierung eingesetzten Expertenrats für Klimafragen reichte das Programm aber nicht aus, um Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Deswegen wurde nun nachgebessert.

Positive Zwischenbilanz bei Wasserstoff-Strategie

Das Kabinett beschäftigte sich zudem mit dem Stand der "Nationalen Wasserstoffstrategie", die vor gut einem Jahr gestartet ist und zog eine positive Zwischenbilanz. Die Strategie sei mit Nachdruck vorangetrieben und wichtige Grundlagen für Investitionen aus der Wirtschaft und für Forschungsinitiativen seien geschaffen worden, heißt es in einem ersten Zwischenbericht.

Verwiesen wird darin unter anderem auf 62 "Wasserstoff-Großprojekte", die mit insgesamt acht Milliarden Euro gefördert würden. Dabei handelt es sich um Projekte zur Wasserstofferzeugung, zur Nutzung im Verkehr bis hin zu Anwendungen in der Industrie. "Wir haben in vielen Bereichen große Projekte auf den Weg gebracht", sagte Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) der Nachrichtenagentur dpa. Klar sei aber auch, das Tempo des Einstiegs in eine grüne Wasserstoffwirtschaft müsse in den nächsten Jahren noch weiter gesteigert werden.

Die Bundesregierung hatte die Strategie im Juni 2020 beschlossen. Sie sieht Milliardenzuschüsse, rechtliche Erleichterungen und konkrete Produktionsziele vor. Im Zentrum steht sogenannter grüner Wasserstoff, der ausschließlich mit erneuerbarer Energie gewonnen wird. Er kann als Basis für Kraft- und Brennstoffe dienen, um etwa in Industrie und Verkehr die Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas abzulösen.

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Moderation 22.09.2021 • 20:26 Uhr

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